Deutschland wird weltweit als Land der akribischen Mülltrennung bewundert und belächelt. Doch je feiner sortiert wird, desto komplizierter wird die ganze Sache natürlich auch. Im Laufe der Jahre haben sich daher hierzulande zahlreiche Mythen etabliert, die teilweise falsch und teilweise überholt sind. Diese fünf oftmals getätigten Aussagen über die Mülltrennung sollten nicht wiederholt werden:


1. Die Sache mit dem Joghurtbecher

Hier gibt es gleich zwei Irrtümer. So werden Joghurtbecher in einigen Haushalten noch einmal gespült, bevor sie in die Tonne kommen. Aus Sicht des Recyclings ist dies aber nicht nötig, weil Kunststoffe im Laufe des Prozesses ohnehin noch einmal mit heißem Wasser gereinigt werden. Auf der anderen Seite wird oftmals der Deckel noch am Becher gelassen, in der Annahme, dieser werde später einfach entfernt. Genau dies geschieht in der Regel aber nicht, sodass die entsprechenden Becher zumeist aussortiert werden. Aus Sicht des Umweltschutzes gilt daher: Joghurtbecher müssen nicht gespült werden, sollten aber vom Deckel getrennt entsorgt werden.


2. Altglas ist Altglas

In jeder Stadt stehen verschiedene Container, um weißes, grünes und braunes Altglas einzusammeln. Hartnäckig hält sich allerdings der Mythos, das Glas müsse gar nicht sortiert werden. Das ist falsch. Denn das Glas wird zur Wiederverwertung eingeschmolzen. Ist es dabei nicht sortenrein, kommt es zu Verfärbungen und der Recyclingprozess muss abgebrochen werden. Es ist daher immer besser, das eigene Altglas gleich in den richtigen Container zu schmeißen. Der Deckel kann in diesem Fall theoretisch dranbleiben. Besser ist es aber, diesen über die Wertstofftonne zu entsorgen.

3. Der grüne Punkt und die gelbe Tonne

Viele Verbraucher suchen noch nach dem grünen Punkt auf der Verpackung, weil sie davon ausgehen, dass nur dann eine Entsorgung über die gelbe Tonne erlaubt ist. Dies war früher auch so. Heute gilt aber: Alle Plastikverpackungen müssen von den Herstellern zurückgenommen werden – und können daher einfach über die gelbe Tonne entsorgt werden. Teilweise wurden auch spezielle Wertstofftonnen eingeführt, in die die Kunststoffe ebenfalls geworfen werden können. Plastimüll einfach über den Restmüll zu entsorgen, ist aus Sicht der Umwelt hingegen keine gute Idee.

4. Der Müll und das Recycling

Teilweise wird davon ausgegangen, dass alle Verpackungen, die in der gelben Tonne landen, auch recycelt werden. Dies trifft aber nicht zu. Vielmehr lag der entsprechende Wert im Jahr 2015 nur bei 49 Prozent. Der Rest wurde thermisch verwertet – also verbrannt. Für den Verbraucher bedeutet dies, dass es auch weiterhin sinnvoll ist, so wenig Plastikmüll wie möglich zu verursachen. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern auch das Klima.

5. Der Sinn des Trennens

Wer seinen Müll nicht trennen möchte, kann sich zumindest nicht auf die Tatsache berufen, dass der ganze Prozess am Ende eh nichts bringt. Denn die Daten zeigen eindeutig: Zahlreiche Stoffe werden schon heute zum größten Teil stofflich verwertet. Dazu gehören etwa Glas, Papier und Metall. Auch beim Verpackungsmüll steigt die Recyclingquote seit einigen Jahren an. Der Gesetzgeber macht hier zukünftig zudem strengere Vorgaben. Ab dem Jahr 2022 wird ein Wert von immerhin 63 Prozent vorgeschrieben.

Via: Die Zeit

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1 Kommentar

  1. Frank

    13. August 2018 at 14:13

    Sorry, aber da hätte ich jetzt etwas mehr erwartet. DIESE veralteten Infos könnt Ihr versuchen, an die Leute zu bringen, die nicht lesen (können)! 😉

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