Depressionen sind die meistverbreitete psychische Krankheit weltweit, geschätzte 350 Millionen Menschen leiden aktuell daran. Noch immer sind ihre Auslöser nicht völlig klar, doch ein Ungleichgewicht der Gehirnchemie gehört auf jeden Fall dazu. Körpereigene Proteinbündel, Prionen genannt, könnten ebenfalls eine Rolle spielen: Pathogene Prionen lösen auch den Rinderwahn aus.


Prionen als Ursache für Hirnerkrankungen

Die genannten Prionen sind auch bei Alzheimer, BSE, Creutzfeldt Jakob und anderen Gehirnerkrankungen zu beobachten. Jetzt verstärkt sich der Verdacht, dass sie auch an der Entstehung von Depressionen beteiligt sein könnten. Körpereigene Prionen kommen hauptsächlich im Hirngewebe, aber auch in vielen anderen Organen vor. Pathologische Veränderungen können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Das normale Prion Protein ist an der Zellvermehrung und –erhaltung beteiligt, doch wenn es seine Form verändert, löst es oft einen Domino-Effekt aus: Die benachbarten Prionen formen sich ebenfalls um. Das entstehende abnormale Proteinbündel bringt die Körperzelle ins Ungleichgewicht und bewirkt, dass sie nicht mehr normal funktionieren kann.


Prionen fungieren auch als Neurotransmitter

Prionen sind allem Anschein nach am Übertragungsprozess von Chemikalien zwischen Nervenzellen beteiligt, sie könnten also auch für einen Mangel an den Glückshormonen Serotonin und Dopamin verantwortlich sein. Auffällig viele Creuzfeldt-Jakob-Patienten leiden zusätzlich an Depressionen. Prion Proteine interagieren nach neuesten Studien höchstwahrscheinlich mit den Dopamin-Rezeptoren, sie befinden sich gleichzeitig im selben Gehirnbereich wie die Serotonin-Rezeptoren. Die Vermutung liegt nahe, dass, wenn die Prion Proteine entarten, sie ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr gerecht werden und damit auch die Neurotransmittersignale blockieren. Vielleicht werden diese Erkenntnisse bald schon erfolgreich in der Medikamentenforschung im Bereich Depression eingesetzt. Auch andere psychisch Erkrankte könnten von den neuen Forschungsergebnissen profitieren.

Quelle: iflscience.com

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