Wissenschaftler des MIT haben gemeinsam mit Kollegen des „Amsterdam Institute for Advanced Metropolitan Solutions (AMS)“ ein Verfahren entwickelt, bei dem autonome Boote mithilfe eines 3D-Druckers produziert werden können. Das Ziel ist es, die Wasserwege in Städten wie Venedig oder Amsterdam besser zu nutzen. So können die schwimmenden Plattformen Menschen oder Waren transportieren, den Müll abholen oder sich auch zu neuen Strukturen zusammenschließen. Denkbar ist etwa, dass mehrere der Boote eine temporäre Brücke bilden, wenn entsprechender Bedarf besteht – etwa wegen einer Veranstaltung. Außerdem ist es auch möglich, so schwimmende Plattformen entstehen zu lassen, auf denen Aktivitäten durchgeführt werden können, die sonst auf dem Land stattfinden. Auf diese Weise könnte etwa die Zahl der notwendigen Straßensperren reduziert werden.


Zwei Elektromotoren sorgen für den Antrieb

Der Rumpf der kleinen Boote ist vier Meter lang und zwei Meter breit. Er besteht aus insgesamt 16 Elementen, die einzeln per 3D-Druck produziert werden. Anschließend werden sie zusammengesetzt und mit Fiberglas überzogen. Hinzu kommen dann noch die notwendigen technischen Elemente. So befindet sich vorne und hinten jeweils ein Elektromotor. Die Fahrtrichtung kann also ohne Wendemanöver gewechselt werden. Zahlreiche Sensoren, ein GPS-Modul und ein verbesserter Algorithmus sorgen zudem dafür, dass das Boot vollkommen selbstständig über das Wasser gleitet. Besonders kompliziert in diesem Zusammenhang waren Andockmanöver. Diese funktionierten bei dem im Jahr 2016 vorgestellten Prototypen noch nicht optimal. Nach zahlreichen weiteren Tests wurde der Algorithmus in diesem Bereich nun aber noch einmal verfeinert.


Die Testfahrten fanden auf einem kleinen Fluss in Boston statt

Durch weitere Maßnahmen ist es zudem gelungen, die Reaktionszeit des Algorithmus massiv zu beschleunigen. Während andere Systeme rund 100 Millisekunden benötigen, um zu handeln, gelingt dies dem Roboboat bereits innerhalb von einer Millisekunde. Eine massive Verbesserung, die zukünftig auch in anderen Bereichen genutzt werden könnte. Getestet wurde der Algorithmus zunächst in einem Schwimmbad und dann auf dem Charles River in Boston. Bei insgesamt zehn Testfahrten stellten die Boote aus dem 3D-Drucker ihre Schwimmfähigkeit unter Beweis. In einem nächsten Schritt soll die Software nun so weiter entwickelt werden, dass sie zusätzliches Gewicht an Bord – etwa in Form von Passagieren – mit einkalkuliert. Langfristiges Ziel des Projekts ist es, den Straßenverkehr in Städten mit vielen Wasserwegen zu reduzieren.

Via: MIT News

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