Schon seit mehreren Jahren experimentieren Forscher an der Harvard University mit einer nur zwei Zentimeter großen Roboter-Biene. In der Zwischenzeit haben sie ihrer Entwicklung auch schon zahlreiche Kunststücke beigebracht. So kann die künstliche Biene auf dem Blatt einer Pflanze landen und in Wasser eintauchen. Bei all dem mussten die beiden winzig kleinen Piezomotoren, die dafür sorgen, dass die Flügel des Mini-Roboters rund 170 Mal in der Sekunde schlagen, aber über ein angeschlossenes Kabel mit Strom versorgt werden. Dadurch ist die Flugweite natürlich deutlich eingeschränkt. Nun ist es den Forschern erstmals gelungen, die Roboter-Biene vollkommen autark fliegen zu lassen. Noch besteht in diesem Punkt allerdings auch weiterhin erhebliches Verbesserungspotential.


Bild: Wyss Institute at Harvard University

Das Sonnenlicht liefert nicht genügend Energie

Die gefundene Lösung besteht darin, dass ein winziges Solarmodul über den Flügeln installiert wurde. Unterhalb der kleinen Drohne wurde zudem Elektronik installiert, um die von den Solarzellen produzierte Gleichspannung in Wechselspannung umzuwandeln. Zusätzlich wurde im Labor dann noch eine Halogen-Lampe installiert. Als die Forscher diese einschalteten und auf das Solarmodul richteten, stieg die Mini-Drohne tatsächlich auf und flog in Richtung des Lichts. Aus Sicht der Forscher stellte dies einen wichtigen Erfolg dar. Bis die Roboter-Biene aber tatsächlich unter freiem Himmel längere Strecken zurücklegen kann, dürfte noch etwas Zeit vergehen. Bisher stehen dem vor allem zwei Dinge im Weg: Zum einen reicht das normale Sonnenlicht nicht aus, um mit dem verbauten Solarmodul ausreichend Strom zu gewinnen.

Eine bessere Aerodynamik ist das nächste Ziel

Stattdessen musste eine dreimal stärkere Lichtquelle verwendet werden. Hinzu kommt: Auch so flog der RoboBee nur für wenige Sekunden gezielt in eine Richtung. Anschließend trudelte er langsam in Richtung Boden. Der Grund dafür ist das zusätzliche Gewicht, das durch Solarmodul und Elektronik verbaut wurde. Die Forscher wollen nun die Konstruktion insgesamt überarbeiten und so eine höhere Aerodynamik erreichen. Die Hoffnung ist, dass die künstliche Biene dann schon deutlich länger in der Luft bleiben kann. Die Experimente in Harvard dienen zunächst alleine der Grundlagenforschung. Ein Ingenieur in Japan hingegen hat schon größere Pläne: Er entwickelte ebenfalls eine Mini-Drohne im Bienenformat und sieht diese als eine Art Notfallversicherung an. Sollten eines Tages keine echten Bienen mehr auf der Erde unterwegs sein, könnten die Mini-Drohnen die Bestäubung der Pflanzen übernehmen.


Via: FAZ

Wissenschaftliche Veröffentlichung: Nature

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