Die Astronauten auf der internationalen Raumstation ISS werden regelmäßig ausgewechselt. Seit Anfang 2011 befindet sich ein Gast allerdings dauerhaft in der Erdatmosphäre: Der von General Motors entwickelte Robonaut 2. Dort soll der Roboter die menschlichen Astronauten entlasten und einfache Routineaufgaben übernehmen. Dazu gehören unter anderem die Reinigung von Geländern und ähnliche Tätigkeiten. Doch in den letzten Jahren machte der Robonaut den Astronauten auf der Station vor allem Ärger. Zahlreiche technische Probleme sorgten dafür, dass kein ordnungsgemäßer Einsatz mehr möglich war. Daher zieht die NASA nun die Notbremse: Der Robonaut wurde bereits in Transportkisten verpackt und soll mit einem der nächsten Flüge zurück auf die Erde gebracht werden. Dort wollen die beteiligten Ingenieure versuchen, die Probleme zu beheben.


Der Robonaut 2 machte zuletzt im All vorwiegend Schwierigkeiten.

Die Montage von Beinen erwies sich als zu kompliziert

Einen Ansatzpunkt dürften sie bereits haben. Denn die Probleme traten erst auf, nachdem der Roboter im Jahr 2014 Beine bekam. Zuvor bestand er lediglich aus einem Körper und zwei Armen. Doch die Montage der auf der Erde hergestellten Beine erwies sich bereits als unerwartet kompliziert. Statt der veranschlagten zwanzig Stunden dauerte die Montage stolze vierzig Stunden. Der Grund für die lange Dauer liegt auf der Hand: Die Astronauten an Bord waren keine ausgebildeten Experten in Sachen Robotertechnik. Auch deshalb erwiesen sich die späteren Reparaturversuche als nicht unproblematisch. So folgte ein Fehler auf den nächsten: Erst funktionierten Sensoren nicht wie geplant, dann konnte mit dem Robonaut nicht mehr richtig kommuniziert werden.

Der Robonaut 2 soll nun auf der Erde repariert werden

Bei der Problemlösung trat zudem eine weitere Schwierigkeit auf: Die Experten in der Bodenstation verfügten zwar über gleich fünf Exemplare des Robonaut 2. Keines davon war aber exakt baugleich mit dem Modell auf der Raumstation. Dementsprechend schwierig war es, die im All auftretenden Probleme auf der Erde nachzuvollziehen. Deshalb muss nun das Original zurück auf die Erde. Mit festem Boden unter den Füßen sollen die Ingenieure dann prüfen, ob der Robonaut noch einmal repariert werden kann. Ist dies nicht der Fall, wird wohl ein Nachfolgemodell auf die ISS gebracht. Noch ist aber unklar, ob dieses dann über mehr Fähigkeiten verfügt und zusätzliche Aufgaben übernehmen kann. In jedem Fall müssen die Astronauten an Bord nun zunächst wieder selbst die Handläufe reinigen.

Via: Spectrum


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