Die in Andalusien gelegene Rennstrecke Circuito Monteblanco wird von der Automobilindustrie gerne für Testfahrten genutzt. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass dort neue Technologien zum Einsatz kommen. Nun wurde die Strecke sogar zum Schauplatz für eine Weltpremiere. Denn dort fand das erste Rennen der neuen Roborace-Serie statt, bei der die Fahrzeuge Geschwindigkeiten von bis zu 320 Stundenkilometern erreichen. Die Besonderheit: Es befindet sich kein Fahrer im Auto und der Rennwagen wird auch nicht von außen gesteuert. Stattdessen sind die Fahrzeuge das komplette Rennen vollkommen autonom unterwegs. Bisher haben zwei Teams die dafür notwendigen technischen Herausforderungen gemeistert. Beim Premierenrennen sicherte sich nun Team Arrival den Sieg vor der Mannschaft der TU München.


Die Überholvorgänge sehen noch ein wenig merkwürdig aus

Echte Motorsportfans dürften sich allerdings fragen, ob Rennen ohne den Faktor Mensch wirklich sehenswert sind. Schließlich sind aus der Formel-1-Geschichte vor allem die direkten Duelle zwischen hochtalentierten Fahrern in Erinnerung geblieben. Das erste Roborace dürfte diese Zweifel zumindest nicht entkräftet haben. Denn besonders spektakulär war das Rennen nicht. Dazu beigetragen hat auch eine etwas merkwürdige Regel: Überholmanöver waren nur auf der Zielgeraden und nur in gegenseitigem Einvernehmen möglich. Diese Regelung ist notwendig, um die teure und sensible Technik vor unnötigen Beschädigungen zu schützen. Besonders spektakulär sind Überholvorgänge allerdings nicht, wenn sich das vorausfahrende Auto gar nicht wehrt. Übermäßig viele Zuschauer dürfte man so langfristig nicht gewinnen. Allerdings handelt es sich ja auch um ein ganz neues Format, so dass Anpassungen noch gut möglich sind.


Rennserien sorgen für technologische Fortschritte

Die in den Fahrzeugen verbaute Technologie ist allerdings schon bemerkenswert. Denn damit auch bei den hohen Geschwindigkeiten keine Unfälle passieren, wurden jeweils fünf LIDAR-Systeme, zwei Radareinheiten, 18 Ultraschallsensoren, eine satellitengestützte Navigation, zwei Kameras und zwei optische Geschwindigkeitssensoren verbaut. Eine Nvidia Drive PX2 Steuerungseinheit verarbeitet die gewonnenen Informationen und sorgt so für eine möglichst schnelle und sichere Fahrt. Für die hinter dem autonomen Fahren stehenden Technologien könnte eine eigene Rennserie tatsächlich von Vorteil sein. Denn dort können neue Ansätze unter extremen Bedingungen auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden. So sind viele Hersteller auch deshalb in der Formel E aktiv, weil sie so ihre Expertise im Bereich der Elektromobilität weiter ausbauen können.

Via: New Atlas

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1 Kommentar

  1. Uwe

    2. August 2019 at 10:52

    Sinnfreie Aktivitäten!

    Die nächste Schlagzeile:

    Erstes anonymes Autorennen weltweit: 40 autonome Rennwagen fahren um den Autonome-World-Race-Cup erstmals ohne Zuschauer und ohne jede Dokumentation. Es berichtet auch keiner über den Ausgang.

    Es interessiert ja auch keinen.

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