Lange Zeit galt China in Deutschland als ein schier endloses Reservoir an günstigen Arbeitskräften. Das Militär im Reich der Mitte machte aber oft gegenteilige Erfahrungen: Es fand keine Mitarbeiter für seine Munitionsfabriken. Sehr verwunderlich ist dies allerdings nicht. Denn die Arbeit ist gefährlich, die Arbeiter werden giftigen Chemikalien ausgesetzt und die Fabriken liegen aus Sicherheitsgründen in der Regel in nur dünn besiedelten Gebieten. Die chinesische Regierung hat darauf mit einer radikalen Maßnahme reagiert: In einem Viertel der Fabriken wird die gefährliche Arbeit inzwischen von Robotern übernommen. Die Folgen: Bessere Munition, weniger Verletzte, eine erhöhte Produktion, besorgte Nachbarländer – und neue Jobs für menschliche Mitarbeiter. Der Ansatz lässt sich zudem auch auf andere Branchen übertragen.


Munition aus amerikanischer Produktion.

Theoretisch kann die Produktion sogar noch weiter erhöht werden

Aus Sicht der Arbeitssicherheit stellt die Entwicklung mit Sicherheit einen Fortschritt dar. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu schweren Verletzungen und sogar Todesfällen. Interessant ist aber, dass die Roboter auch bessere Arbeit verrichten. So kalkulieren sie etwa die Menge an benötigtem Sprengstoff exakter und sorgen so für mehr Sprengkraft. Roboter werden zudem nicht müde. Theoretisch kann daher rund um die Uhr produziert werden. Einen einschränkenden Faktor gibt es allerdings: Voraussetzung ist, dass ausreichend Rohmaterial vorhanden ist. Aus diesem Grund fällt die Produktionssteigerung bisher noch nicht so stark aus wie theoretisch möglich. Dieser Punkt lässt sich aber vergleichsweise einfach verbessern.

Gut ausgebildete Arbeitskräfte werden auch weiterhin benötigt

Für die Sicherheit in der Region ist dies keine gute Nachricht. Denn viele Nachbarstaaten sind Chinas Militär gegenüber ohnehin sehr kritisch eingestellt. Eine erhöhte Munitionsproduktion könnte dafür sorgen, dass in diesem Bereich ein neuer Rüstungswettlauf einsetzt. Für menschliche Arbeitskräfte bedeutet der Einsatz der Roboter allerdings nicht das komplette Aus. Vielmehr sind sogar neue Jobs entstanden – etwa in der Qualitätskontrolle, bei der Produktionsüberwachung und in der Roboterwartung. Entsprechend ausgebildete Arbeitskräfte werden also auch weiterhin dringend benötigt und gesucht. Lediglich die gefährlichen und sich regelmäßig wiederholenden Aufgaben in der Produktion selbst werden von den Robotern übernommen. Das bedeutet aber auch: Für ungelernte Arbeitskräfte kann der Einsatz der Maschinen langfristig zum Problem werden – auch außerhalb der Munitionsproduktion.
Via: Futurism.com


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