Jazz ist Gewöhnungssache. Manchmal ist es wunderschöne Musik, manchmal ein schwer begreifbares Chaos aus Tönen, das keiner rechten Struktur folgen will. Bei der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), der wissenschaftlichen Abteilung des US-Militärs, werden momentan Roboter entwickelt, die Jazz spielen können sollen.


Foto: Jeff Adams, U.S. Army, via Wikimedia Commons
Foto: Jeff Adams, U.S. Army, via Wikimedia Commons

Musikroboter soll Jazz spielen

Die DARPA hat einem Projekt von Kelland Thomas erhebliche finanzielle Unterstützung zukommen lassen. Thomas ist der Associate Director der University of Arizona’s School of Information – und ein Jazzmusiker. Mit seinem Projekt möchte Thomas Roboter entwickeln, die in der Lage sind, Jazzmusik zu spielen. Sogar improvisieren sollen die Geräte können. Das Projekt hört auf den Namen MUSICA: Musical Improvising Collaborative Agent. Das Ziel ist, den Roboter schlussendlich zusammen mit einem menschlichen Musiker ein Jazz-Solo spielen und ihn dabei wie einen Mensch agieren zu lassen. Dazu erhält der Roboter eine Datenbank mit Jazz-Stücken, die er analysieren kann. Letztlich soll er die Notenfolge von Improvisationsstücken voraussagen können.

Menschliche Kommunikation als tieferes Ziel

Natürlich geht es der DARPA letztlich nicht um Jazz, sondern um die Fähigkeit des Roboters, sich in Echtzeit auf das Verhalten eines menschlichen Begleiters einzustellen. “When it comes to jazz, you feel the music as much as you hear and think about it – you react instinctively to things that are going on”, so Ben Grosser, ein Assistant Professor für Neue Medien an der University of Illinois, der an dem Projekt beteiligt ist. Jazz ist damit eine gute Analogie für die komplexe Natur menschlichen Verhaltens. “Our goal is to by next summer present a ‘call and answer’ system to DARPA, where I can play a line of music, and the system will analyze that line and give an answer as close to real time as possible”, so Grosser weiter.


Die DARPA hofft, auf dieser Basis einen Roboter zu entwickeln, der praktisch sofort auf das Verhalten menschlicher Soldaten reagieren kann.

Natürlich müssen die Erwartungen an solch einen Roboter zurückgesteckt werden. “Let’s face it – trying to develop a system that can play jazz is a crazy idea. It’s not going to be Miles Davis”, erläutert Grosser.

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