Geckos, die kleinen Echsen, laufen Wände hoch und selbst an der Decke entlang. Möglich machen das Millionen feine Härchen unter ihren Füßen. Sie mobilisieren die so genannten Van-der-Waals-Kraft, die entgegen der Schwerkraft wirkt. Zwar ist die Kraft zwischen einem einzigen Härchen und der Unterlage so klein, dass sie kaum messbar ist. Bei Millionen Härchen kommt aber so viel zusammen, dass die Echse haften bleibt.


Bild: PNAS

Mit genau dieser Technik haben Forscher um Professor Metin Sitti am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart einen Greifer für Roboter entwickelt. Äußerst behutsam packt er zu. Nach dem Lösen bleibt nicht die kleinste Spur zurück. Selbst auf unebenen Oberflächen findet der Gecko-Greifer Halt.

Unterdruck bringt den letzten Kick

Die Wissenschaftler befestigten eine flexible Folie mit Millionen feinster Härchen auf einem ebenfalls flexiblen Greifer. Beim Zupacken schmiegt sich die Folie an die Oberfläche des Objekts, das transportiert werden soll, etwa eine Party-Tomate. Unterdruck im Greifer passt auch diesen der Oberfläche an. Durch diese Technik werden die Kräfte zwischen Härchen und Objektoberfläche vollkommen gleichmäßig verteilt. Sie lassen auch nicht locker, wenn sich die Oberfläche eines Objekts während des Transports verändert. So kann beispielsweise auch eine Plastiktüte befördert werden, in der sich eine Flüssigkeit befindet.


Die Unterdrucktechnik löst ein weiteres Problem. Weil bei künstlichen Gecko-Füßen nicht alle Härchen exakt senkrecht auf der Unterlage stehen, erreichen sie kaum zwei Prozent der theoretisch möglichen Haftkraft. „Unser Greifer erreicht 14-Mal so viel, also etwa 26 Prozent“, sagt Dirk-Michael Drotlef, der zum Forscherteam gehört. Damit komme der Stuttgarter Greifer dem Original ziemlich nah.

Gecko-Füße für Roboter

In Tests hat ein münzgroßer Greifer nicht nur ein etwa 300 Gramm schweres, mit Flüssigkeit gefülltes Glasgefäß gehalten, sondern auch eine Tasse an verschiedenen Punkten, unter anderem am Griff, sowie Tomaten und eine 140 Gramm schwere Folienverpackung. Die Technik könnte auch genutzt werden, um Roboter zu mobilisieren. Sie könnten sich auf beliebig geformten und selbst schmalen Unterlagen bewegen, vorausgesetzt, diese sind glatt.

via Max-Planck-Gesellschaft

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.