Südkoreanische Forscher orientierten sich an der japanischen Origami-Technik, dem kunstvollen Falten von Papier, als sie eine Drohne entwickelten, die in beengte Räume eindringen soll. In Schornsteinen, Sickergruben und anderen schwer zugänglichen Stellen sollte sie bei Verdacht auf Umweltsünden in der Lage sein, Proben zu nehmen und die verdächtigen Stellen zu filmen. Dazu befindet sich unter dem Flugobjekt ein ausfahrbahrer Arm. Während des Fluges ist er in Ruhestellung, damit er nicht an Hindernisse stößt. Am Ziel angekommen senkt er sich ab.An seinem Ende befinden sich eine Kamera und ein Greifarm. Letzterer kann auch einen Behälter für die Entnahme von Flüssigkeiten tragen.


Ein einziger Elektromotor als Antrieb

Eine Gruppe um Professor Kyu-Jin Cho von der Seoul National University in Seoul in Südkorea stellt das Gerät jetzt in der Fachzeitschrift „Science Robotics“ vor. Der Arm erreicht eine Länge von fast einem Meter. Da die filigrane Struktur nicht sehr widerstandsfähig ist, schließen sich beim Ausfahren Klappen um die beweglichen Teile, die zusätzliche Stabilität verleihen. Angetrieben wird der Arm von einem einzigen Elektromotor. Er überträgt seine Kraft über einen Seilzug auf die einzelnen Glieder.


Der Arm wiegt einschließlich Elektromotor und Seilzug nur 260 Gramm. Das ist wichtig, weil Drohnen wie alle Flugobjekte möglichst wenig belastet werden dürfen, um Energie zu sparen beziehungsweise flott voranzukommen. Die südkoreanischen Forscher schafften das mit einem Materialmix. Der Arm besteht aus Polyethylenterephthalat (PET), aus dem auch Getränkeflaschen hergestellt werden, und Ripstop. Das ist ein besonders reißfestes Gewebe, das unter anderem für Fallschirme genutzt wird.

Weich statt stahlhart

„Flexible Roboterarme haben große Vorteile, haben aber den Nachteil, dass sie sich bei Belastung verformen“, sagt Cho. „Unser Roboterarm verbindet die Vorteile von Flexibilität und Starrheit.“ Cho ist Direktor des Forschungszentrums für Soft Robotics, also für Roboter, die weich sind, ähnlich wie die menschliche Hand.

 

via Seoul National University

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