Ein leicht geneigter Kopf wirkt in zwischenmenschlicher Kommunikation freundlich und einladend und signalisiert, dass man sich auf den Gesprächspartner einlässt. Einer aktuellen Studie zufolge lässt sich diese Erkenntnis auch auf die „Kommunikation“ zwischen Menschen und menschenähnlichen Robotern übertragen.


Das Nachahmen menschlicher Eigenschaften ist eine in der Robotik oft genutzte Methode, um Roboter menschenähnlicher und – wenn sie in direkter Kommunikation mit Menschen stehen – auch sympathischer zu machen. Dies funktioniert auch, indem man den Roboter den leicht geneigten Kopf imitieren lässt, den man oft in zwischenmenschlicher Kommunikation beobachten kann. Zu dieser Erkenntnis kam die Medienpsychologin Martina Mara in einer Studie. Die Ergebnisse präsentiert sie auf dem  Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Dieser findet ab dem heutigen Sonntag an der Ruhruniversität Bochum statt.

Humanoide Roboter
Für humanoide Roboter gelten die gleichen Regeln der nonverbalen Kommukiation wie für Menschen.

Bei der seitlichen Kopfneigung handele es sich um einen wichtigen nonverbalen Reiz in der Kommunikation zwischen zwei Menschen. Das Gleiche gelte auch für die Kommunikation zwischen Menschen und Robotern.Unsere Versuchsteilnehmer empfanden Roboter mit Kopfschieflage niedlicher, tendenziell attraktiver und sprachen ihnen mehr Lebendigkeit zu, als wenn diese mit aufrechtem Kopf präsentiert wurden“, so Mara. Ähnliche Bewegungen seien bei Menschen beim Flirten beliebt, oder wenn sie ihren Gegenüber beschwichtigen wollen. Die 33-jährige Mara promoviert derzeit an der Universität Koblenz-Landau zum Thema Nutzerwahrnehmung von Robotern. 


Ihre Studie wurde in Zusammenarbeit mit Markus Appel durchgeführt und soll grundlegende Erkenntnisse im Bereich der Robotik bringen. Es gibt also nach ihrer Aussage noch keine Bezugspunkte für eine direkte Anwendung in der Industrie. Allerdings gäbe es in Japan bereits erste humanoide Assistenz- und Kommunikationsroboter, die als Rezeptionisten, in der Altenpfege, dem Gesundheitswesen und als Nannys eingesetzt werden. Neben der Forschung hält die Psychologin auch die ethischen Aspekte der Robotik für sehr wichtig. „Wir müssen fragen, ob wir überhaupt im Alltag mit menschenähnlichen Maschinen kommunizieren oder gar von ihnen versorgt werden wollen.“ (dpa)

 

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1 Kommentar

  1. Anonym

    22. September 2014 at 08:01

    Schon R2D2 hat in den alten / ersten Starwars Filmen netter und neugieriger ausgesehen, weil er den Kopf zur Seite neigte, auch wenn es damals vielleicht ohne wissenschaftliche Begruendung geschah, „gewusst“ haben wir das wohl da schon 🙂

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