Bisher müssen die großen Filmstudios in Hollywood einen enormen Aufwand betreiben, um ihre Archive vor der Zerstörung zu bewahren. So liegen die meisten Originale in speziellen Kühlräumen, in denen nicht nur eine konstante Temperatur herrscht, sondern auch die Luft gereinigt wird. Trotz dieser Investitionen sind aber Szenarien denkbar, in denen es zu einer Zerstörung der Datenträger kommt – etwa bei einem Feuer. Microsoft hat daher gemeinsam mit dem Filmstudio Warner Brothers nach einer robusteren Alternative gesucht und scheint nun fündig geworden zu sein. Denn den beiden Unternehmen ist es gelungen, einen mittlerweile vierzig Jahre alten Superman-Film auf einer Glasscheibe zu speichern. Anschließend wurde diese gekocht, gebacken und zerkratzt – und konnte dennoch weiterhin ausgelesen werden.


Bild: Microsoft

Algorithmen lesen die sogenannten Voxel aus

Dahinter steht ein spezieller Infrarotlaser, der dreidimensionale Muster in verschiedenen Tiefen in das Glas ritzt. Diese Muster werden auch Voxel genannt und sind gewissermaßen das dreidimensionale Pendant zu den bekannten Pixeln. Möchte man die gespeicherten Daten nun wieder abrufen, muss die Glasscheibe unter polarisiertes Licht gehalten werden. Spezielle Algorithmen sind dann in der Lage, die so sichtbar werdenden Strukturen auszulesen. Das Experiment mit dem Superman-Film hat unter Beweis gestellt, dass der Ansatz grundsätzlich funktionsfähig ist. Nun können sich die beteiligten Wissenschaftler daran machen, das Verfahren weiter zu verbessern. In der Vergangenheit ist ihnen dies bereits sehr gut gelungen. Im Jahr 2013 konnten sie erstmals eine 300 Kbyte große Datei auf Glas speichern. Inzwischen sind schon deutlich größere Datenmengen möglich.

Die neue Form der Datenspeicherung benötigt weniger Energie

Filmstudios stehen als potentielle Erstkunden im Fokus des Projekts. Denn diese könnten gleich auf doppelte Art und Weise profitieren. Zum einen bietet die Datenspeicherung in Glas – wie bereits erwähnt – das Potential einer dauerhaften und sicheren Aufbewahrung. Zum anderen können aber auch erhebliche Mengen an Stromkosten eingespart werden. Denn die Glasscheiben können einfach bei Raumtemperatur gelagert werden. Es ist daher nicht nötig, die Luft zu kühlen oder zu reinigen. Bei Microsoft setzt man daher zunächst voll auf Firmenkunden, um die Technologie zu etablieren. Erst in einem zweiten Schritt könnte sich der Ansatz dann auch bei Privatleuten durchsetzen. Ungewöhnlich wäre eine solche Entwicklung nicht. Ganz ähnlich lief es auch bei der Einführung der CD vor vielen Jahren.


Via: Microsoft

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