Beim Recycling von Abfällen ist es von entscheidender Bedeutung, die verschiedenen Materialien möglichst sauber zu trennen. In Deutschland wird der Müll daher schon in Privathaushalten so sauber getrennt wie in kaum einem anderen Land der Welt. Trotzdem muss in den Recyclinganlagen noch einmal nachgearbeitet werden. Maschinen können allerdings auch hier nur einen Teil der Arbeit erledigen. Um wirklich sortenreine Ströme zu erhalten, sind oftmals noch menschliche Mitarbeit nötig, die von Hand unerwünschte Materialien aussortieren. Dass dies kein besonders schöner Job ist, dürfte sich jeder vorstellen können. Eine Alternative hat nun das MIT in Boston präsentiert. Dort wurde der Roboter RoCycle entwickelt, der die Materialien mithilfe seines Tastsinns sortieren können soll.


Bild: Jason Dorfman, MIT CSAIL

Die Sortierung erhöht die Recycling-Quote

Bisher in diesem Bereich eingesetzte Roboter versuchten dagegen, die Materialien visuell zu erfassen. Diese Vorgehensweise erwies sich aber als nicht immer praktikabel. Die Forscher in Boston wählten daher einen anderen Ansatz. Der RoCycle umfasst die einzelnen Abfälle mit seinen beiden Sensoren und übt Druck aus. Anhand der Widerstandsfähigkeit des Materials kann er dann erkennen, ob es sich um Plastik, Papier, Glas oder einen anderen Stoff handelt. Je nachdem wirft er das Produkt dann in eine andere Tonne. Diese Arbeit ist von Bedeutung, weil so die Menge an Abfall, die einfach verbrannt oder auf die Müllkippe geworfen wird, deutlich reduziert werden kann. Im Umkehrschluss erhöht sich logischerweise auch die Recycling-Quote.

Die Fähigkeiten des Roboters sind noch nicht praxisreif

Noch aber arbeitet auch der Roboter nicht perfekt. So liegt seine Trefferquote lediglich bei 85 Prozent. Dies gilt zudem auch nur, wenn die Objekte fest an einem Ort platziert sind. Wird hingegen eine Bandanlage mit darauf liegendem Müll simuliert, sinkt die Treffergenauigeit sogar auf 65 Prozent. Dennoch liegen beide Zahlen deutlich oberhalb des reinen Zufallswerts. Die Technologie scheint also grundsätzlich zu funktionieren. Die Forscher arbeiten daher nun daran, den RoCycle auch noch mit visuellen Fähigkeiten auszustatten und so die Quote der richtigen Entscheidungen weiter zu erhöhen. Mittelfristig könnten dann auch in der Müllsortierung menschliche Arbeitsplätze wegfallen, weil der Job durch einen Roboter erledigt wird.


Via: Engadget

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