Batterien spielen für die Produktion von Elektroautos logischerweise eine sehr wichtige Rolle. Trotzdem findet dieser Teil der Wertschöpfung bisher beinahe ausschließlich in Asien statt. So langsam beginnt sich dies allerdings zu ändern. So hat Volkswagen mit dem Aufbau einer Fertigungslinie für Batteriezellen begonnen. Der chinesische Hersteller CATL will zudem in Thüringen ein entsprechendes Werk errichten. Noch einen Schritt weiter vorne in der Produktionskette möchte sich das niederländische Unternehmen AMG positionieren. Dazu soll in Zeitz in Sachsen-Anhalt eine Lithium-Raffinerie gebaut werden. Dort wird zukünftig dann mit Lithiumhydroxid ein wichtiger Grundstoff für die Produktion von Batterien für Elektroautos hergestellt. Insgesamt soll ein zweistelliger Millionenbetrag in das Projekt in Sachsen-Anhalt fließen.


Bild: Mondalor [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Bisher ist die Branche abhängig von Lieferungen aus China

Lithiumhydroxid wird benötigt, um die Kathoden der Batterien zu produzieren. Dazu muss es allerdings in einer besonders reinen Form vorliegen. Die meisten auf dem Weltmarkt verfügbaren Angebote besitzen diese hohe Qualität aber nicht. Faktisch sind die Batteriehersteller daher von Lieferungen aus China abhängig. Auch deshalb dürfte AMG mit einer hohen Nachfrage aus der Industrie rechnen. Denn viele Abnehmer sind derzeit stark bemüht, ihre Lieferbeziehungen zu diversifizieren. Für den Standort in Deutschland spricht zudem, dass hier zahlreiche Autohersteller und Zulieferer ihren Sitz haben. Dies verkürzt zum einen die Transportwege, erleichtert zum anderen aber auch den Wissenstransfer. Seit kurzem betreibt AMG daher auch ein Labor in Frankfurt, das sich ausschließlich mit der Erforschung von Batteriemetallen beschäftigt.

Lithium soll zukünftig auch im Erzgebirge gefördert werden

Deutschlands erste Lithium-Raffinerie soll in zwei bis drei Jahren ihre Arbeit aufnehmen. Theoretisch könnte hierzulande dann sogar die komplette Produktionskette vom Rohstoff bis zur fertigen Batterie abgebildet werden. Denn im Erzgebirge wird daran gearbeitet, eine Lithium-Mine wieder in Betrieb zu nehmen. Zunächst allerdings wird AMG den benötigten Grundstoff – sogenanntes technisches Lithiumhydroxid – aus Brasilien beziehen. Dort betreibt der Konzern eine eigene Mine. Wie viel besonders reines Lithiumhydroxyd zukünftig in Deutschland produziert werden soll, wollte das Unternehmen noch nicht verraten. Letztlich dürfte dies aber auch von der Marktentwicklung und der damit einhergehenden Nachfrage abhängen. AMG betont jedenfalls, bei Bedarf die Kapazitäten schnell ausbauen zu können.


Via: Handelsblatt

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