Auch wenn wir es noch nicht allzu sehr merken, aber in den nicht mehr allzu weit entfernter Zukunft werden wir mit einer Knappheit von Rohstoffen zu kämpfen haben. Die auf der Erde vorhandenen Rohstoffe sind begrenzt, und auch wenn wir immer fortschrittlichere Abbaumethoden entwickeln können, werden sie irgendwann schlicht erschöpft sein. Einige von Ihnen sind ersetzbar, so werden zum Beispiel mittelfristig fossile Brennstoffe durch eine alternative Form der Energiegewinnung abgelöst werden. Manche wiederum können jedoch nicht ersetzt werden. Eine Lösung könnte die Rohstoffgewinnung von Asteroiden oder anderen Himmelskörpern im All sein. Minen im Weltall liegen nicht mehr so weit in der Zukunft, wie man glauben könnte.


Moon
Viele Himmelskörper – auch der Mond – enthalten Ressourcen, die der Menschheit behilflich sein können. Foto: Moon, Ana Sofia Guerreirinho, Flickr, CC BY-SA 2.0

Bergbau im Weltall – der aktuelle Stand

Beim amerikanischen Sender ABC sprach der Kosmologe Neil deGrasse Tyson über das Thema. “How about mining an asteroid for natural resources? […] There are more natural resources on asteroids than have ever been mined in the history of the Earth. So in 100 years […] all wars over limited resources are over because we have access to the unlimited resources of our back yard and that new back yard is our solar system”, so Tyson.

Bergbaumöglichkeiten im All werden schon längst erforscht. So startete beispielsweise das Unternehmen Planetary Resources sein erstes Raumfahrzeug von der Internationalen Raumstation ISS. Ein erster entsprechender Versuch fiel der Antares-Explosion zum Opfer.


Ein anderes Unternehmen namens Deep Space Industries (DSI) bekam kürzlich zwei Fördermittel der NASA, um die Möglichkeiten zum Bergbau im All zu erforschen. Das Unternehmen möchte eine künstliche Umgebung auf der Erde schaffen, um dort den Bergbau im All zu testen.

Bergbau im All ist nicht nur wegen der zu erwarteten Ressourcenknappheit interessant, sondern bspw. auch, um Langzeitmissionen im All zu versorgen. Das Australian Centre for Space Engineering Research erforscht deshalb Möglichkeiten zum Abbau bzw. zur Gewinnung von Wasser im All.

Bergbau im All ist günstiger als gedacht

Trotz all dieser Fortschritte gibt es auch weiter viele Skeptiker. Die Hauptargumente sind der zu erwartende Aufwand sowie die Kosten. Eins vorweg: Bergbau im All wird sicher nicht billig. So teuer wie angenommen dürfte es dann aber auch nicht sein, zumal auch der Bergbau auf der Erde viel Geld verschlingt. Allein der australische Rohstoffkonzern BHP Billiton gab 2014 716 Millionen US-Dollars aus, um neue Vorkommen zu erschließen. Das Erforschen von Bergbaumöglichkeiten im All wäre durchaus bezahlbar. Ähnliches gilt für den Aufbau. Auch Minenoperationen auf der Erde sind auf mehrere Jahrzehnte ausgelegt.

Bergbau im All braucht Regeln

Wer den Roman “Limit” von Frank Schätzing gelesen hat, der weiß, dass Bergbau im All vor allem eines braucht: Regeln. Rohstoffe kommen immer mit Konfliktpersonal, und um ein friedvolles Miteinander im All möglich zu machen, muss die Weltgemeinschaft sich auf Regeln einigen und diese einhalten und durchsetzen.

Ressourcengewinnung aus dem All bietet zahllose Chancen. Sie könnte aber auch dafür sorgen, dass ganz im Stile von zahllosen Science-Fiction-Romanen ein zweiter wilder Westen im Weltall entsteht.

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1 Kommentar

  1. Emil

    11. August 2015 at 00:15

    Interessante These, dass die Gewinnung von Rohstoffen im All nicht viel teurer wäre als „hierzulande“. Ich würde aber behaupten, dass die Forschung noch nicht soweit ist. Zudem bedarf es bei dem Transport ganz anderer Logistik – so ganz einfach ist es letztlich doch nicht. Ob das All jetzt der neue Wilde Westen ist, wo das Recht des Stärkeren gelten wird oder letztlich die großen Nationen ihren Anspruch auf Territorien setzen, das wird sich wohl entwickeln.

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