Weltweit sind mehr als 5000 verschiedene Mineralvariationen bekannt. Doch diese Vielfalt ist noch lange nicht komplett: Nach der Schätzung von Forschern warten mindestens noch 1500 Minerale auf ihre Entdeckung. Es wird sogar davon ausgegangen, dass die Erde mit ihrer geologischen Vielfalt eine Sonderstellung im Universum einnimmt.


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, CC BY-SA 2.0

Leben fördert Mineralvielfalt

Die Mineralvielfalt auf der Erde entstand im Verlauf der Erdgeschichte durch geologische Prozesse wie Vulkanismus und Erdbeben oder Wechselwirkungen zwischen Wasser und Gestein. Aber der entscheidende Faktor, der zur Mineralvielfalt auf unserem Planeten beigetragen hat, ist das Leben. Mehr als zwei Drittel aller bekannte Minerale gehen auf biologische Prozesse zurück. Besonders wichtig war dabei die Fotosynthese der ersten Blaualgen vor rund 2,5 Milliarden Jahren, die die Erdatmosphäre mit Sauerstoff anreicherte. Die entstehenden Oxide ermöglichten komplett neue Mineralverbindungen

Robert Hazen von der Carnegie Institution in Washington untersuchte mit seinem Team, wie viele Minerale es auf der Erde geben könnt. Sie untersuchten außerdem, welche Minerale eher häufig vorkommen und daher schnell entdeckt werden können.


Minerale folgen der gleichen Häufigkeitsverteilung wie Wörter in einem Buch. Bestimmte Wörter wie die Artikel oder das Bindewort `und? kommen sehr häufig vor, andere sind dagegen so speziell, dass sie vielleicht nur einmal im gesamten Buch auftauchen. Doch gerade diese seltenen Wörter sind es, die die sprachliche Vielfalt des Buchs bestimmen. Genauso ist es mit den Mineralen. Seltene Minerale definieren die mineralogische Vielfalt unseres Planeten”, erklärt Hazen.

Laut den Ergebnissen der Forscher gehören die meisten der 5000 bekannten Minerale auf der Erde zu den seltenen Mineralen. Das Team geht davon aus, das 22 Prozent der bekannten Minerale nur an einem einzigen Ort auf dem Planeten vorkommen.

1500 unbekannte Minerale

Auch heute noch werden immer wieder neue Minerale entdeckt. Bedenkt man die herrschende Vielfalt und das teilweise äußerst seltene Auftreten, so ist das auch kein Wunder. Erst letztes Jahr entdeckten australische Bergleute einen völlig neuen Mineraltyp, dessen Zusammensetzung keinem bekannten Mineral ähnelte.

Nach dem Rechenmodell von Hazen und seinem Team gibt es auf der Erde noch 1563 Minerale, die bisher noch nicht entdeckt wurden.

Einzigartige Vielfalt

Die Forscher untersuchten außerdem die Wahrscheinlichkeit, dass im Weltall noch ein weiterer Himmelskörper mit einer Mineralvielfalt wie die der Erde zu finden ist. Laut dem Team ist unser gewaltige Mineralbestand mit hoher Wahrscheinlichkeit einzigartig. “Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Mineralogie der Erde irgendwo im Kosmos duplizieren lässt, liegt bei weniger als zehn hoch minus 322”, so die Forscher.

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