Die Einwohner Roms zahlen jährlich 597 Euro für die Müllentsorgung. Dies ist extrem viel Geld. Vor allem, wenn man bedenkt, dass dieselbe Dienstleistung in Venedig – unter ungleich schwereren Bedingungen – lediglich 353 Euro kostet. Noch ärgerlicher aus Sicht der Römer ist aber die Tatsache, dass die Müllentsorgung nicht einmal richtig funktioniert. Denn weil vor einigen Jahren eine Müllkippe geschlossen wurde und zwei andere aktuell nicht genutzt werden können, stapelt sich der Müll aktuell am Straßenrand. Die Verkehrsbetriebe der Stadt wollen nun zumindest einen kleinen Beitrag zur Lösung des Problems leisten: Wer an einigen Metro-Stationen recycelbare Plastikflaschen zurückgibt, erhält eine digitale Gutschrift. Diese kann dann gegen Tickets für den öffentlichen Nahverkehr eingetauscht werden.


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Foto: Water bottle, faungg’s photos, Flickr, CC BY-SA 2.0

Geldgeschenke ersetzen ein Pfand-System

Allerdings lohnt sich die Abgabe für die meisten Menschen wohl erst auf lange Sicht. Denn pro Flasche gibt es lediglich fünf Cent. Um sich ein Standard-Ticket im Wert von 1,50 Euro kaufen zu können, müssen also insgesamt 30 Objekte abgegeben werden. Dennoch bildete sich vor einigen der Automaten bereits Schlangen. Denn immerhin gibt es hier wirklich Geld geschenkt. Anders als in Deutschland gibt es in Italien nämlich kein Pfandsystem. Die meisten der Flaschen landen daher in der Regel im Hausmüll. Dies ist aber eigentlich unnötig. Denn gerade für Plastikflaschen gibt es inzwischen gut etablierte Verfahren, die ein einigermaßen sinnvolles Recycling ermöglichen. Allerdings lohnt es sich nicht, diese aus dem allgemeinen Müll wieder auszusortieren. Mehr Sinn ergibt es daher, diese direkt separat einzusammeln.


Roms Müllproblem wird zur Gesundheitsgefahr

Bisher gibt es die entsprechenden Automaten allerdings nur an drei Stationen in Rom. Die Verkehrsbetriebe haben aber versprochen, das Projekt auszuweiten, wenn es sich in den nächsten zwölf Monaten als erfolgreich erweist. Ganz neu ist die Idee zudem nicht: Ähnliche Aktionen gab es auch schon in Peking und Istanbul. Trotz der geschenkten Fahrkarten dürften die Einwohner Roms allerdings hoffen, dass das Müllproblem zeitnah gelöst wird. Denn inzwischen erwächst daraus auch eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen, weil der Abfall Tiere anzieht, die dann wiederum Krankheiten verbreiten können. Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi war einst mit dem Versprechen angetreten, das chronische Müllproblem der Stadt zu lösen. Reformen scheiterten aber unter anderem am Widerstand der Mitarbeiter der Müllentsorgung.

Via: Treehugger

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