Im November 2014 wurden die britischen Pläne bekannt gegeben, mit Lunar Mission One eine eigene Mondmission starten zu wollen. Das Projekt finanziert sich über Crowdfunding und soll unter anderem die Möglichkeiten untersuchen, eine bemannte Mondbasis zu errichten. Allerdings könnten diese Pläne nun aufgrund russischer Aktivitäten auf Eis gelegt werden. Die sich im Privatbesitz befindende Firma Lin Industrial gab bekannt, bereits die Ressourcen und Möglichkeiten für eine bemannte Mondbasis zu besitzen und demnächst mit der Umsetzung beginnen zu wollen.


Mond
Foto: Dino Abatzidis, via Flickr. CC BY-NC-SA 2.0

Bemannter Außenposten auf dem Mond

Nach den Schätzungen der Firma wird der Bau der Basis knapp unter 10 Milliarden US-Dollar kosten und etwa 10 Jahre dauern. In der ersten Phase soll ein Außenposten auf dem Mond errichtet werden, in dem sich zwei Crew-Mitglieder dauerhaft aufhalten können. In der zweiten Phase soll dann eine weitere Einheit hinzukommen, die Platz für weitere vier Personen bietet.

Laut dem Chefdesigner von Lin Industrial, Alexander Ilyin, wird das Projekt neben bereits existierenden Geräte solche einsetzen, die in den nächsten fünf Jahren produziert werden können. So soll beispielsweise eine modernisierte Version der Angara-Rakete als Trägerrakete eingesetzt werden. Außerdem wird innerhalb des Unternehmens darüber diskutiert, die obere Stufe der Soyuz-Raketen als Basis für ein Landungsmodul zu nutzen.


Eine Mission mit Hindernissen

Eine Basis auf dem Mond zu errichten wird nicht einfach werden. Lin Industrial plant insgesamt 37 Raketenstarts innerhalb von fünf Jahren, davon 13 Starts mit schweren Raketen. Der Zeitplan des Unternehmens sieht vor, den Bau innerhalb von zehn Jahren nach dem endgültigen Startschuss fertig zu stellen.

Wie auch die britische Lunar Mission One hat Lin Industrial den Südpol des Mondes als Ort für die Basis ausgewählt. Der ausgesuchte Ort ist ein flaches Plateau in der Nähe des Kraters Malapert. Er bietet direkten Sichtkontakt zur Erde und somit gute Bedingungen für die Kommunikation und Landungen der Landemodule. “The Sun is shining for 89% of the day on the mount. The night which takes place there only several times a year does not last more than 3–6 days”, so Ilyin.

Allerdings ist mehr als fraglich, ob die anspruchsvollen Pläne des Unternehmens umgesetzt werden. Laut der Tech Times hat der CEO von Lin Industrial, Sergei Burkayovsky, bisher nur 176.000 US-Dollar in das Projekt investiert. Das ist nicht einmal ein zehntel dessen, was Lunar Mission One bisher zusammengetragen hat und reicht nicht einmal aus, einen ersten Prototyp der Trägerrakete zu bauen.

Würde das ehrgeizige Projekt gelingen, so wäre das Resultat die erste bemannte Basis der Menschheit auf einem anderen Himmelskörper. Roscosmos, ein ebenfalls russisches Unternehmen, hatte im letzten Jahr ebenfalls angekündigt, die Möglichkeit einer Mondbasis untersuchen zu wollen.

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