Die Technik zur automatisierten Gesichtserkennung ist in den letzten Jahren immer besser geworden. Inzwischen ist die Technologie so weit, dass beständig neue Anwendungsmöglichkeiten entwickelt werden. So wurde kürzlich in London eine entsprechende Software getestet, die das Vordrängeln an der Theke unterbinden soll. Auch in Russland wird die Gesichtserkennung zukünftig genutzt, um ein konkretes Problem zu lösen. Denn dort arbeiten viele Taxi-Fahrer deutlich länger als eigentlich erlaubt. Dies hat zur Folge, dass sie müde werden und sich die Gefahr eines Unfalls erhöht. Der Fahrvermittler Yandex.Taxi wird daher in allen seinen Fahrzeugen Kameras hinter der Frontscheibe installieren. Diese erfassen insgesamt 68 Punkte im Gesicht des Fahrers und leiten daraus ab, ob dieser zu müde zum Fahren ist.


Bild: Sergey Boyko [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)]

Yandex.Taxi wurde mit dem Angebot von Uber fusioniert

Schlägt die Software Alarm, darf der Fahrer keine Gäste mehr mitnehmen. Der Service von Yandex wurde im vergangenen Jahr mit dem Angebot von Uber in Russland zusammengelegt. Seitdem können die Nutzer von beiden Apps aus die Fahrer buchen. In der Heimat nutzt Uber hingegen einen deutlich simpleren Ansatz, um übermüdete Fahrer auszuschließen: Die App schaltet sich schlicht nach zwölf Stunden Nutzung automatisch ab. Fahrer können die Sperre aber einfach umgehen, indem sie auf das Angebot des Konkurrenten Lyft wechseln. Die Lösung von Yandex ist daher aus Sicht der Fahrgäste deutlich sicherer. Bisher wurde die Kamera inklusive der benötigten Software in einhundert Taxis installiert. In den nächsten Wochen sollen tausende weitere Fahrzeuge entsprechend ausgerüstet werden.

Die Politik erhöht den Druck auf die Unternehmen

Auch verschiedene Autohersteller setzen bereits auf eine ähnliche Technologie, um Unfälle durch übermüdete Fahrer zu vermeiden. So gibt es im Subaru Forester bereits ein System namens „Driver Focus“, das den Fahrer überwacht und bei Anzeichen von Müdigkeit Alarm schlägt. Die Aktion von Yandex dürfte nun vor allem auf Druck der russischen Behörden zustande gekommen sein. Denn alleine im vergangenen Jahr gab es in Moskau 764 Unfälle mit Taxis. Diese resultierten in 23 Todesfällen. Eine Kammer des russischen Parlaments hat daher bereits einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Unternehmen zu mehr Sicherheitsvorkehrungen verpflichten soll. Yandex.Taxi ist in Russland der mit weitem Abstand größte Taxi-Dienst und versucht nun offensichtlich, durch freiwillige Maßnahmen die Politik zu besänftigen.


Via: Bloomberg

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