Wale gehören ins Meer und nicht in kleine Becken, wo sie Kunststücke vorführen und ansonsten vor sich hindämmern: Darüber sind sich die Menschen mittlerweile weitgehend einig. Umso erschreckender war es, als Tierschützer entdeckten, dass bei Nachodka 87 Belugas und 10 Orcas seit Herbst in einer Art Wal-Gefängnis leben müssen. Der Missstand wurde in aller Welt bekannt.


Von Diliff – edited from File:Georgia Aquarium – Baluga Whales Jan 2006.jpg, CC BY-SA 2.5, Link

Eine Petition mit 1,5 Mio. Unterschriften forderte die Freilassung

Die Meeressäuger sollten eventuell nach China verkauft werden, um dort in Zoos und Delphinarien zu leben, so munkelt man. Jedenfalls stammen die Wale aus der freien Natur und hätten sie die Wahl, würden sie sicher lieber heute als morgen ins Meer zurückkehren. Doch dafür brauchte es erst einmal einen lauten Aufschrei und eine Unterschriftensammlung mit mehr als 1,5 Millionen Unterzeichnern. Jetzt ist das Signal endlich da: Ja, die Tiere sollen wieder zurück in die Freiheit, diese Nachricht flatterte während der russischen Fernsehsendung »Direkter Draht« herein. Zu diesem Zeitpunkt ließ sich Präsident Putin gerade live Fragen von russischen Bürgern stellen, er hatte sich persönlich für die Freilassung der Wale engagiert.

Walfang zu Kultur- und Bildungszwecken soll verboten werden

Leider gestaltet sich die Rückkehr ins Meer als nicht gerade einfach. Einige der Wale waren bei der Gefangennahme so jung, dass sie sich in der Freiheit wahrscheinlich kaum zurechtfinden, andere wiederum befinden sich aktuell in nicht so guter gesundheitlicher Verfassung. Sechs Belugas und zwei Orcas mit stabiler Gesundheit wurden jetzt ausgewählt, um per LKW nach Chabarowsk auf ein Schiff transportiert zu werden und sie genau dort auszusetzen, wo sie herstammen. 70 Experten begleiten die Tiere auf ihrer sechstägigen Reise, damit ihnen möglichst nichts geschieht. Das Wasser in den Containern soll unterwegs ausgewechselt werden.


Insgesamt also eine aufwändige Angelegenheit, doch ist es aller Mühen wert. Weniger fitte Tiere kommen wahrscheinlich erst in geschützte Buchten, wo sie relativ frei schwimmen und sich erholen können. Jetzt soll in Russland der Fang von Walen »zu Kultur- und Bildungszwecken« verboten werden, um ähnliches Tierleid wie dieses zu vermeiden.

Quelle: br.de, bz-berlin.de

 

1 Kommentar

  1. eisvogel

    6. Juli 2019 at 14:58

    Das trifft sich ja gut, Japan betreibt neuerdings wieder Walfang. Die werden schon warten mit ihren Harpunen…

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