Immer mehr Kohlekraftwerke werden in den nächsten Jahren stillgelegt, weil sie zu alt sind oder weil sie der Energiewende im Weg stehen. Ausgedient haben sie noch nicht, wenn es nach gerade vorgestellten Plänen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) geht. Zwar soll der Kessel, wie die Forscher gerade vorgeschlagen haben, in dem die Kohle verbrannt wird, um Dampf zu erzeugen, abgerissen werden. Doch das Übrige ist noch brauchbar, insbesondere die Anbindung an das Hochspannungsnetz und der Turbogenerator. Das DLR will auf dem Gelände riesige Speicher mit flüssigem Salz installieren. Dieses Salz soll auf bis zu 560 Grad Celsius aufgeheizt werden, und zwar mit Strom aus Wind- und Solaranlagen. Immer dann, wenn diese mehr Strom erzeugen als im Augenblick gebraucht wird, soll das Salz weiter aufgeheizt werden.


Bild: DLR

Der alte Turbogenerator wird weiter genutzt

Wenn Strommangel herrscht wird die gespeicherte Wärme genutzt, um Dampf für den Turbogenerator zu erzeugen. Dazu strömt Luft mäandernde Rohre innerhalb der Salzschmelze. Diese heizt sich auf uns landet in einem Wärmetauscher, in dem Wasser in Dampf umgewandelt wird. Da das Salz sehr heiß ist hat der erzeugte Dampf ähnliche Eigenschaften wie der, der ursprünglich durch das Verbrennen von Kohle erzeugt worden ist. Da bedeutet, dass der Turbogenerator weiter genutzt werden kann. Das Kohlekraftwerk wird zur Pufferbatterie.

Bisher wird Überschussstrom in Großbatterien gespeichert, aus denen er sekundenschnell abgerifen werden kann, wenn das Stromnetz instabil wird. Diese sind weitaus teurer als die Umrüstung von Kohlekraftwerken.


Auch Natursteine können Strom speichern

Mit NADINE haben deutsche Forscher ein zweites Projekt in Arbeit, mit dem sich Überschussstrom speichern lässt, sodass er zum passenden Zeitpunkt abgerufen werden kann. Federführend ist hier das Karlsruher Institut für Technologie. Dort soll ein Wärmespeicher errichtet werden, der flüssiges Metall enthält.

Am weitesten fortgeschritten ist ein Projekt des deutsch-spanischen Windenergieanlagenherstellers Siemens Gamesa. Im Hamburger Hafen hat er eine Pufferbatterie weitgehend fertiggestellt, die Wärme in 1000 Tonnen Natursteinen speichert. Diese werden mit Überschussstrom auf bis zu 600 Grad Celsius aufgeheizt. Wie bei den anderen Konzepten wird die Wärmeenergie bei Bedarf in Dampf umgewandelt, der einen Turbogenerator zur Stromerzeugung antreibt. Die weitgehend fertiggestellte Anlage soll im Juli in Betrieb gehen.

via DLR

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1 Kommentar

  1. Wilfi

    15. März 2019 at 20:19

    Wie wär’s mal mit der Idee einfach die Kohle durch LENR (siehe google: coldreaction) auszutauschen? Damit könnte man meiner Meinung nach in einem einzigen Jahr das ganze CO2 Problem weltweit lösen! Aber man will es leider nicht 🙁

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