In den sozialen Netzwerken gab es in den letzten Tagen immer mal wieder große Verwunderung: Zahlreiche Amazon-Kunden in den Vereinigten Staaten berichteten, dass sie ein Amazon-Paket erhielten, obwohl sie gar nichts bestellt hatten. Dahinter steckt aber kein Versehen des Online-Händlers, sondern es handelt sich um eine besondere Form des Marketing. Amazon selbst spricht von „Sampling“ – was auf Deutsch in etwa mit „Kostprobe“ übersetzt werden kann. Das Prinzip dürfte den meisten aus dem Offline-Handel bekannt sein. So stehen in vielen Supermärkten immer wieder kleine Stände, an denen bestimmte Produkte probiert werden können. Ein Online-Händler wie Amazon hat diesen direkten Kundenkontakt allerdings nicht – weshalb der Umweg über den Paketboten genommen werden muss.


Ein Algorithmus führt Kunde und Kostprobe zusammen

Oder anders ausgedrückt: Weil Kunden alle Waren von Amazon geliefert bekommen, werden auch die Produkte zum kostenlosen probieren auf diese Weise zugestellt. Die Kosten dafür liegen natürlich deutlich höher als im stationären Handel. Dafür besitzt Amazon allerdings auch deutlich mehr Daten über die eigenen Kunden. Die kostenlosen Produkte werden also nicht nach dem Zufallsprinzip verschickt, sondern ein Algorithmus versucht die Personen zu finden, die damit am meisten anfangen können. Soll also eine neue Kaffeesorte vermarktet werden, ist es wahrscheinlich, dass diese vor allem an Kunden verschickt wird, die auch in der Vergangenheit regelmäßig Kaffee bei Amazon gekauft haben. Denn so ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass durch die Kostprobe tatsächlich ein Kauf ausgelöst wird.


Die Kosten werden von den Herstellern getragen

Die Nutzung dieser Daten lässt sich der Konzern allerdings auch bezahlen. Denn den Versand der kostenlosen Produkte finanziert keineswegs Amazon, sondern die dahinter stehenden Hersteller. Im Fall des oben erwähnten Kaffees also der Lebensmittelhändler. Dieser wiederum kann dann anschließend die neu gewonnenen Daten nutzen – etwa um zu analysieren bei welcher Zielgruppe die Aktion besonders erfolgreich war. Völlig ohne Vorwarnung werden die Produkte allerdings nicht verschickt. Auf der amerikanischen Webseite des Online-Händlers steht ein kurzer Hinweis zum Thema Sampling. Wer keine kostenlosen Warenproben erhalten möchte, kann dies zudem in seinem Profil vermerken. Bisher beschränkt sich das Sampling auf die Vereinigten Staaten. Ob in Deutschland ähnliche Aktionen geplant sind, ist bisher nicht bekannt.

Via: Wiwo

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