Kleidung, die je nach Bedarf wärmt oder kühlt, haben Forscher an der Stanford University in Kalifornien entwickelt. Integriert ist eine Folie, die wie ein Sandwich aufgebaut ist. Eine Seite wird von einer Kupferschicht auf einer atmungsaktiven Polyethylenfolie gebildet, die andere aus einer Kohlenstoffschicht. Befindet sich die Kupferseite innen, hält das Kleidungsstück die Körperwärme zurück. Dreht man es um, sodass die Kohlenstoffschicht innen liegt, kann die Körperwärme entweichen.


Passiv kühlende Kleidungsstücke

Ein Team um Yi Cui, Professor für Materialwissenschaften, entwickelten zunächst eine opake (milchglasähnlich) Folie, die Luft und Wärmestrahlen passieren nur in eine Richtung passieren lässt. In ein Kleidungsstück eingearbeitet hat sie kühlende Wirkung, weil Körperwärme und warme Luft nach außen entweichen kann. Verglichen mit einem Baumwollgewebe senkte der neuartige Stoff die Temperatur einer künstlichen Haut um zwei Grad Celsius.


Yis Ziel war es, Energie einzusparen. Seine These: Wenn Menschen passiv kühlende Kleidungsstücke tragen ertragen sie im Sommer höhere Temperaturen, sodass die Klimaanlagen abgeregelt werden können. Ein Grad Celsius mehr und schon sind zehn Prozent des Energieverbrauchs eingespart.

„Als die Sache mit dem Kühlen klappte haben wir uns gefragt: Können wir auch was entwickeln zum Wärmen?“ so Po-Chun Hsu, der zum Entwicklerteam gehört. Das Ergebnis war das Sandwich mit einer Kupfer- und einer Kohlenstoffseite. Wenn diese Folie in der Kleidung steckt kann die Temperatur in Büros und Wohnungen um vielleicht zwei Grad niedriger sein, ohne dass die Menschen frieren. Also noch einmal Energie eingespart.

Test im bitterkalten Minneapolis

„Warum soll man ein komplettes Gebäude beheizen und kühlen“, fragt Yi. „Warum wärmen und kühlen wir nicht die Menschen?“ Als er im vergangenen Winter zu einer Tagung ins traditionell bitterkalte Minneapolis aufbrach, hatte er einige der wärmenden und kühlenden Folien im Gepäck. Im warmen Konferenzraum nutzte er den Kühleffekt, auf den eisigen Straßen, wenn er sie in einzelnen Fällen brauchte – man kann sich fast durch die ganze Innenstadt bewegen, ohne ins Freie zu müssen –, kehrte er die Folie einfach um.

Jetzt ist das Team dabei, die Oberflächen so zu gestalten, dass sie sich wie normaler Kleiderstoff anfühlen. Folien trägt schließlich niemand.

via Stanford University

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