Die Idee Solarenergie nicht auf der Erde zu produzieren, sondern im Weltraum, existiert bereits seit einiger Zeit. Grundsätzlich bringt diese Vorgehensweise zwei große Vorteile mit sich. Zum einen können die Sonnenstrahlen direkt verwertet werden, ohne dass sie durch die Erdatmosphäre beeinträchtigt werden. Dadurch erhöht sich die Effizienz der Stromgewinnung. Zum anderen muss keine Rücksicht auf Wolken oder den Tag-Nacht-Rhythmus genommen werden. Insgesamt gehen Forscher davon aus, dass ein Solarkraftwerk im Weltraum rund sechsmal so viel Strom produzieren könnte wie eine entsprechende Anlage auf der Erde. Allerdings ist auch klar: Benötigt wird der Strom nicht im Weltall direkt, sondern auf der Erde. Die Übertragung dorthin stellt eine technische Herausforderung dar.


Kalte Sonne
Foto: Cold Sun, Mark Vegas, Flickr, CC BY-SA 2.0

Ab dem Jahr 2050 ist der großflächige Einsatz geplant

China scheint ein solches Projekt nun erstmals im großen Stil umzusetzen. Dies berichtete zumindest die Zeitung „Science and Technology Daily“ auf der Titelseite. Demnach werden in Chongqing bereits erste experimentelle Solarkraftwerke für den Weltraum gebaut. Diese sollen zwischen den Jahren 2021 und 2025 ins Weltall gebracht werden und sollen zunächst die grundsätzliche Funktionsfähigkeit des Ansatzes unter Beweis stellen. Das erste richtige Solarkraftwerk mit einer Kapazität von einem Megawatt soll dann im Jahr 2030 ins All gebracht werden. Die Planungen sehen anschließend vor, dass die Solarenergie aus dem Weltraum ab dem Jahr 2050 einen signifikanten Anteil am Strommix übernimmt. Noch ist der Weg bis dahin allerdings steinig, sodass Verzögerungen nicht unwahrscheinlich sind.

3D-Drucker sollen die Transportkosten senken

So wäre ein entsprechendes Kraftwerk den aktuellen Planungen zufolge rund 1.000 Tonnen schwer. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS bringt es auf ein Gewicht von lediglich 450 Tonnen. Um die Transportkosten in Grenzen zu halten, wird daher über den Einsatz von 3D-Druckern und Robotern nachgedacht. Diese könnten das Solarkraftwerks erst im Weltraum zusammenbauen. Bleibt die Frage zu klären, wie der Transport der Energie auf die Erde gelingen kann. Die aktuellen Planungen sehen vor, dass der umgewandelte Strom mit einem Laser oder einer Mikrowelle übertragen wird. Allerdings muss zuvor noch untersucht werden, wie sich eine solche dauerhafte Bestrahlung auf die Umwelt und die Atmosphäre auswirken würde.


Via: Inhabitat

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3 Kommentare

  1. Christian

    8. März 2019 at 12:46

    Das Gewicht der ISS beträgt bestimmt keine 400 kg. 😉

  2. Hubert

    8. März 2019 at 15:05

    ISS:
    Spannweite: 109 m
    Länge: 97,9 m
    Tiefe: 27,5 m
    Rauminhalt: 910 m³
    Masse: 455 t

  3. Martin

    20. März 2019 at 15:21

    Den Artikel braucht man gar nicht zu lesen.
    „Saubere Energie aus dem All“
    alleine das Material mit Raketen da hochzuballern wäre ein Riesenschweinerei.
    Die CO2-Bilanz würde ich gerne mal sehen!!
    Die Städte, die damit beleuchtet werden sollen, versorgt man besser mit Photovoltaik mit Strom.
    Das ist sicher billiger und umweltfreundlicher…..aber eben nicht so spektakulär…..und genau darum geht´s nämlich.
    da will sich jemand ein Denkmal setzen…Mr./Mrs. Größenwahn läßt grüßen

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