Die meisten Schiffe sind größtenteils in internationalen Gewässern unterwegs. Dies hatte die kuriose Folge, dass die Branche im Weltklimavertrag von Paris gar nicht berücksichtigt wurde. Inzwischen ist aber klar: Auch die Reedereien müssen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. So hat die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO erst kürzlich bekanntgegeben, die Klimaemissionen bis zum Jahr 2050 um die Hälfte zu reduzieren. Trotz des langen Zeitrahmens ist dies ein durchaus ambitioniertes Ziel. Denn mit den bisher genutzten Verbrennungsmotoren wird es nicht zu erreichen sein. Teilweise wird daher bereits mit Elektro-Schiffen experimentiert. Für die schweren Frachtschiffe, die teilweise wochenlang auf offener See unterwegs sind, ist dies aber keine Lösung. Der deutsche Siemens-Konzern arbeitet daher an einem Brennstoffzellenantrieb für Schiffe.


Für solche riesigen Containerschiffe sind klassische Elektroantriebe keine Lösung. Foto: Buonasera [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Brennstoffzelle nutzt Wasser als Rohstoff

Diese Lösung hat den Charme, dass die benötigte Energie direkt vor Ort produziert wird. Dadurch lassen sich mit einer Tankladung deutlich höhere Reichweiten erzielen. Dies gilt grundsätzlich auch für Autos – weshalb Toyota etwa sehr stark auf diese Technologie setzt. Zudem bringt die Brennstoffzelle einige weitere Vorteile mit sich. So werden während des Betriebs keine Emissionen verursacht, der Wirkungsgrad ist vergleichsweise hoch und als Rohstoff dient lediglich Wasser. Allerdings in Form von Wasserstoff. Diesen zu gewinnen, ist mit einem hohen Energieaufwand verbunden. Wie gut die Klimabilanz der Brennstoffzelle tatsächlich ausfällt, hängt somit davon ab, ob Strom aus nachhaltigen Quellen verwendet wird oder nicht. Siemens will die Technik nun zunächst bei küstennahen Schiffen wie Fähren testen, später im Idealfall aber für alle Schiffe anbieten.

Die benötigte Kompetenz bleibt in Europa

Als Partner wurde dafür das schwedische Unternehmen PowerCell ins Boot geholt. Die Aufgabenverteilung ist auch geklärt: So hat Siemens bereits Antriebs- und Energieerzeugungssysteme für Schiffe entwickelt. Diese sollen nun mit den Brennstoffzellen des schwedischen Herstellers kombiniert werden. Für Deutschland und Europa ist dies durchaus eine gute Nachricht. Anders als im Bereich der Batteriezellen werden Forschung und Produktion nicht komplett nach Asien ausgelagert, sondern es wird hierzulande Kompetenz aufgebaut. Siemens etwa arbeitet am Standort in Hamburg an Lösungen für nachhaltige Schiffsantriebe. In naher Zukunft steht für die Schifffahrtsbranche aber zunächst eine andere Form der Revolution an: Ab dem Jahr 2020 darf kein umweltschädliches Schweröl mehr verwendet werden. Dies ist ein erster wichtiger Schritt, um die Umwelt- und Klimabilanz zu verbessern. Die Forschungsarbeit von Siemens zeigt aber, dass es noch weiteres Potential gibt.


Via: Siemens

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.