Insbesondere unter der Woche ist es für viele Menschen normal, ein paar Stunden pro Nacht weniger zu schlafen, als es eigentlich für sie optimal wäre. Das geht unter Umständen auf Kosten der Gesundheit: Wer regelmäßig weniger als 5 Stunden pro Nacht schläft, der hat ein erhöhtes Sterberisiko. Doch für all die Wenigschläfer unter uns gibt es gute Neuigkeiten. Denn eine neue Studie zeigt, dass es diesem Effekt entgegenwirkt, wenn man an freien Tagen ausschläft. So sei es möglich, die negativen Gesundheitsauswirkungen kurzer Nächte zu verhindern, so die Forscher.


Kann man Schlafmangel kompensieren?

Wer zu wenig schläft, bekommt die Quittung dafür recht schnell. Schon nach wenigen kurzen Nächten sind Konzentrationsschwächen, erhöhte Reizbarkeit und ein generelles Schwächegefühl die Folge. Schlafmangel führt dazu, dass dem Gehirn eine wichtige Aufräumphase fehlt, in der das tagsüber aufgenommene verarbeitet und abgelegt werden kann. Schlaflose Nächte können daher falsche Erinnerungen produzieren oder sogar Gehirnzellen zerstören.


Langfristig steigert Schlafmangel auch das Risiko, an Depressionen zu erkranken, Übergewicht zu entwickeln oder gar herzkrank zu werden. Gegen die Effekte wie Reizbarkeit und Konzentrationsschwäche gehen viele Menschen vor, indem sie am Wochenende oder an freien Tagen Schlaf nachholen. Doch was bringt das tatsächlich?

Wissenschaftler rund um Torbjörn Åkerstedt vom Karolinska Institut in Schweden haben versucht, diese Frage zu beantworten. In einer Studie wertete sie Daten zu den Schlaf- und Lebensgewohnheiten von insgesamt 44.000 Probanden aus, 1997 hatten die Teilnehmer einen Fragebogen ausgefüllt und berichtet, wie viel sie schliefen. Außerdem machten sie Angaben zu ihren Ernährungsgewohnheiten und Verhaltensweisen wie Rauchen oder das Bewegungslevel. Die Forscher beobachteten daraufhin über einen Zeitraum von 13 Jahren, welche der Probanden verstarben.

Auch zu viel Schlaf ist schädlich

Das Ergebnis der Studie: Wer angab, unter der Woche lediglich fünf Stunden oder weniger zu schlafen, starben im Verlauf des Studienzeitraums häufiger als diejenigen, die ausreichend schliefen. Wer jedoch wenig schlief und zum Ausgleich am Wochenender deutlich länger im Bett blieb, der hatte statistisch gesehen kein höheres Sterberisiko. Um ihre Ergebnisse abzusichern, haben die Forscher andere Einflussfaktoren aus dem Risiko herausgerechnet. Ihr Fazit: Fehlender Schlaf lässt sich tatsächlich nachholen.

Wer dies nicht tut, hat jedoch deutlich höhere gesundheitliche Risiken als Menschen, die ausreichend schlafen. Allerdings gibt es das umgekehrte Extrem genauso: Wer täglich 9 Stunden oder mehr schläft, hat ebenfalls ein erhöhtes Sterberisiko. Diese Beobachtung galt jedoch nur bei Probanden, die das 65. Lebensjahr noch nicht erreicht hatten.

Um wirklich verlässliche Daten über die Auswirkung von Schlafgewohnheiten zu erlangen, müssen jedoch weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Die Studie aus Schweden untersuchte die Probanden zwar über einen langen Zeitraum, aber nahm nur einmal die Schlafgewohnheiten auf, nämlich ganz zu Beginn des Untersuchungszeitraums. Ob die Schlafgewohnheiten der Teilnehmer sich im Laufe der Jahre änderten, wurde nicht untersucht.

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