In den Supermarktregalen hierzulande gibt es in der Regel Bananen von verschiedenen Firmen zu kaufen. Tatsächlich ist die Auswahl aber gar nicht so groß, wie es auf den ersten Blick erscheint. Denn verkauft wird in der Regel nur die Sorte „Cavendish“. Diese scheint den Kunden in Europa und Nordamerika besonders gut zu schmecken und lässt sich vergleichsweise sicher transportieren. Wissenschaftler warnen allerdings neuerdings: Der Cavendish-Banane droht das Ende. Verantwortlich dafür ist der Schlauchpilz Tropical Race 4, der wiederum die gefürchtete Panama-Krankheit auslöst. Vereinfacht ausgedrückt wird dadurch der Wasser- und Nährstofftransport innerhalb der Pflanze blockiert, sodass diese abstirbt. Bisher gibt es kein Gegenmittel gegen den Pilz.


Bild: Steve Hopson, www.stevehopson.com [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)]

Gentechnische Veränderungen sorgen beim Endkunden für Skepsis

Seit er in den 1990er Jahren erstmals in Asien entdeckt wurde, breitet er sich über den gesamten Erdball aus und ist inzwischen auch schon in Afrika und Mittelamerika zu finden. Forscher arbeiten daher mit Hochdruck daran, Lösungen für das Problem zu finden. Der einfachste Ansatz besteht darin, die Bananenpflanzen gentechnisch zu verändern. Dazu haben Forscher an der Queensland University in Brisbane das Resistenzgen einer Wildbanane in das Erbgut der Cavendish-Pflanze implementiert. Erste Feldversuche bestätigten bereits die Praktikabilität des Ansatzes. Allerdings dürfte die Vermarktung schwierig werden. Denn gentechnisch veränderte Lebensmittel müssen speziell gekennzeichnet werden und haben bei vielen Kunden einen schweren Stand. Einen Ausweg könnte die CRISPR-Genschere bieten.

Versuche mit der CRISPR-Genschere stehen noch am Anfang

Denn dabei wird keine fremde DNA implementiert, sondern es werden lediglich Veränderungen am Erbgut der Pflanze selbst vorgenommen. Diese ließen sich – mit erheblich mehr Zeitaufwand – theoretisch auch über konventionelle Züchtung erreichen. Diese genomeditierten Pflanzen dürfen daher in den meisten Ländern ganz normal verkauft werden. Eine Ausnahme stellt allerdings die Europäische Union dar. Hierzulande fallen auch diese Produkte unter das Gentechnik-Gesetz. Mithilfe der Genschere könnte es beispielsweise gelingen, das bei der Cavendish-Banane grundsätzlich vorhandene – aber inaktive – Resistenzgen gegen Tropical Race 4 zu aktivieren. Ein anderer möglicher Ansatz besteht darin, das Immunsystem der Pflanzen zu stärken und so für weniger Ansteckungen zu sorgen. Bis zu den ersten Feldversuchen dürften aber noch einige Jahre vergehen.


Riesige Monokulturen verschlimmern die Problematik

Aktuell raten Experten daher vor allem zu einer rein natürlichen Lösung. Denn bisher wird die Cavendish-Banane in der Regel in riesigen Monokulturen angebaut. Bei den Pflanzen handelt es sich zudem noch um genetisch identische Klone. Beide Faktoren zusammen sorgen dafür, dass die Cavendish-Banane besonders anfällig für den Schlauchpilz ist. Erfahrungen bei Kleinbauern haben hingegen gezeigt: Pflanzt man verschiedene Bananensorten und Getreide gleichzeitig an, stärkt das die Widerstandskraft der Felder. Allerdings geht dieser Ansatz zunächst mit wirtschaftlichen Einbußen einher, weshalb viele Großbetriebe weiterhin auf Monokulturen setzen – und auf die CRISPR-Genschere hoffen.

Via: FAZ

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