Moore bieten nicht nur zahlreichen Organismen eine Heimat, sondern bringen auch im Kampf gegen die Erderwärmung einen großen Vorteil mit sich: Sie speichern enorme Mengen CO2. Tatsächlich ist in den Mooren Europas rund fünfmal so viel Klimagas gebunden wie in den Wäldern des Kontinents. Dies ist grundsätzlich eine gute Nachricht. Problematisch ist allerdings, dass es den Mooren in Europa immer schlechter geht. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Meta-Studie von Forschern der Universität Belfast. Demnach sind die meisten Moore auf unserem Kontinent zwischen den Jahren 1800 und 2000 stark ausgetrocknet. In vielen Fällen sind sie heute sogar so trocken wie seit mindestens 600 Jahren nicht mehr. Sichtbar wurde dies durch einen Trick.


Bild: Basotxerri [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Mehrere Einzelergebnisse wurden zu einer Überblicks-Studie zusammengefasst

Denn Wissenschaftler können aus den Schalen abgestorbener Amöben Rückschlüsse auf die Schwankungen des Wasserspiegels in den Mooren ziehen. Für einzelne Gebiete in Europa wurde dies jeweils schon gemacht. Die nun veröffentlichte Studie kombiniert diese Daten für 31 Moore in Großbritannien, Irland, Skandinavien sowie Mitteleuropa und rückt sie in einen europaweiten Kontext. Das Gesamtbild dabei ist eindeutig: Verläuft die Entwicklung so weiter, drohen enorme Mengen an CO2 freigesetzt zu werden. Um diese Entwicklung zu stoppen, ist es allerdings von entscheidender Bedeutung, zu wissen, warum die Moore austrocknen. In diesem Punkt sehen die Forscher vor allem zwei Aspekte als entscheidend an. Zum einen sorgt der Klimawandel in einigen Gegenden für mehr Hitze und weniger Niederschläge.

Auch in Deutschland ist die Situation kritisch

Zum anderen sind es aber auch menschliche Aktivitäten – etwa das Entwässern, Roden oder Beweiden – die diese Entwicklung befördern. Hier gibt es also einen eindeutigen Anhaltspunkt, um den Kreislauf der immer weiter voranschreitenden Austrocknung zu unterbrechen. In Deutschland sieht die Situation übrigens keineswegs besser aus. Schätzungen des Nabu zufolge sind hierzulande lediglich fünf Prozent der Moore in einem naturnahen Zustand. Die restlichen 95 Prozent gelten hingegen als entwässert und damit mehr oder weniger abgestorben. Zuletzt hatten Wissenschaftler die Schätzung der Menge des in Mooren gespeicherten CO2s auf der Nordhalbkugel deutlich nach oben korrigiert. War man ursprünglich von rund 545 Milliarden Tonnen Kohlenstoff ausgegangen, kamen Forscher der New Yorker Columbia-Universität zuletzt auf einen Wert von mehr als 1.000 Milliarden Tonnen.


Via: Queens University

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