Der Weltklimavertrag von Paris galt als entscheidender Durchbruch im internationalen Kampf gegen den Klimawandel. Die Vereinbarung kann aber nur erfolgreich sein, wenn sie von den einzelnen Staaten auch mit Leben gefüllt wird. In vielen Ländern waren dabei im vergangenen Jahr durchaus positive Ansätze zu sehen. So haben Frankreich, Großbritannien und Kanada bereits angekündigt, zeitnah die letzten Kohlemeiler vom Netz nehmen zu wollen. Indien und China wiederum wollen Milliarden investieren, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben. Ausgerechnet Deutschland scheint allerdings nachlässig bei der Umsetzung der eigenen Klimaziele. So sind im letzten Jahr nicht nur die deutschen Klimaemissionen insgesamt gestiegen, sondern die Bundesregierung musste auch einräumen, die eigenen Klimaziele wohl nicht zu erreichen.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Im Energiebereich sind die Emissionen sogar gesunken

In konkreten Zahlen sah die deutsche Klimabilanz im Jahr 2016 dabei wie folgt aus: Die Gesamt-Treibhausgasemissionen sind von 908 auf 916 Millionen Tonnen gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg um 0,9 Prozent. Teile davon lassen sich auf den kalten Winter und das anhaltende Wirtschaftswachstum zurückführen. Selbst wenn man diese Sondereffekte aber herausrechnet, bleibt ein signifikantes Plus in Sachen Klimaemissionen. Interessant ist allerdings die Tatsache, dass die Emissionen im Energiebereich sogar gesunken sind: Dank des Einsatzes von effizienten Gaskraftwerken und durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien konnte hier sogar ein Rückgang um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden.

Der Verkehrssektor ist ein Teil des Problems

Dies liegt nahe, dass sich die deutschen Klimaschutzbemühungen zunächst auf andere Aspekte konzentrieren sollten. Konkret handelt es sich um die Bereiche Industrie, Wärme und Verkehr. So hatte Bundeswirtschaftsminister Gabriel bereits vor einiger Zeit angekündigt, zukünftig noch stärker die Energieeffizienz von Gebäuden fördern zu wollen. Um die Emissionen im Verkehrssektor zu senken, setzt die Bundesregierung zudem auf die Förderung von Elektrofahrzeugen. Die dazu beschlossene Kaufprämie von bis zu 4.500 Euro pro Auto sorgte bisher aber noch nicht für den gewünschten Nachfrageschub. Die Bundesministerien gehen allerdings auch nicht gerade mit gutem Beispiel voran: Die deutsche Umwelthilfe kritisierte erst kürzlich, dass die meisten Dienstwagen noch immer mit Dieselmotoren unterwegs sind.


Via: Agora Energiewende

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