Zersplitterte Display gehören ohne Zweifel zu den häufigsten Schäden an modernen Smartphones. Einmal nicht aufgepasst, und schon liegt das teure Handy am Boden. Das ist umso ärgerlicher, wenn sich nach dem Aufheben herausstellt, dass das Display des oft mehrere Hundert Euro teuren Telefons kaputt ist. Zwar lassen sich Displays austauschen, aber das ist mit Kosten verbunden. Um derartige Schäden an Smartphones zu verhindern, hat ein Student der Hochschule Aalen eine Art Handy-Airbag erfunden.


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Nie wieder ein gesplittertes Display

Die Idee für seine Erfindung kam Philip Frenzel, als sein eigenes iPhone einen Displayschaden erlitt, als es aus Unachtsamkeit aus seiner Jackentasche fiel. Das für viel Geld ausgetauschte Ersatzdisplay gab ebenfalls nach etwa zwei Wochen den Dienst auf – offenbar hatte der Sturz die empfindliche Elektronik des iPhones beschädigt. Die Folge: Das teure Smartphone war nur noch ein Stück Elektroschrott.

Für den Mechatronik-Studenten war die Sache klar: Für sein nächstes Smartphone musste ein vernünftiger Schutz her. Eine klobige Outdoorhülle kam für Frenzel nicht in Frage, da diese das Design des iPhones verhüllen würde. Da er keine passende Lösung fand, setzte Frenzel sich im eigenen Keller an die Werkbank. Vier Jahre später ist das Ergebnis nicht nur Teil einer preisgekrönten Bachelorarbeit, sondern auch patentiert.

Eigens entwickelte Feder verhindert Sturzschäden

Der Gedanke war, eine Art Airbag für das Smartphone zu bauen. Erste Experimente mit Luftkissen oder Schaumstoff verliefen eher enttäuschend. Aber im Laufe seines Praxissemesters und seiner Bachelorarbeit kam Frenzel der Lösung näher: Eine dünne Schutzhülle, in der Sensoren verbaut sind, die bemerken, wenn das iPhone sich im freien Fall befindet. Noch während des Falles entfaltet sich dann eine eigens entwickelte Metallfeder, die die Energie beim Aufprall auffängt und diesen so dämpft. Anschließend können die Dämpfer manuell wieder eingeklappt werden, sodass das Smartphone auch beim nächsten Fall geschützt ist.

Philip Frenzel zeigt in seiner Abschlussarbeit eindrucksvoll, wie ein wie ein Mechatronik-Ingenieur systematisch und zielgerichtet an eine Problemstellung herangeht und eine technisch umsetzbare und wirtschaftlich verwertbare Lösung entwickelt„, so Prof. Dr. Rolf Biesenbach, der als Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Mechatronik e.V., als er die Bachelorarbeit von Frenzel mit einem Preis auszeichnete.

Mit einem Startup auf den Markt

Philip Frenzel hat inzwischen neben dem Studium gemeinsam mit Peter Mayer, einem Absolventen der Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Aalen, ein Startup gegründet, mit dem er sein „AD Case“ auf den Markt bringen will. Im Juli soll dafür ein Kickstarter-Projekt an den Start gehen, um die nötigen Mittel einzubringen. Momentan wartet Frenzel auf den positiven Bescheid vom Patentamt. Er hofft, in den nächsten Jahren nicht nur sein Case auf den Markt bringen zu können, sondern auch weitere Produkte zum Sortiment seines Startups hinzuzufügen. Im Idealfall will der Student mit seiner Firma später seinen Lebensunterhalt finanzieren.

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