Der Sprachassistent Alexa wird nicht nur in den smarten Echo-Lautsprechern von Amazon genutzt, sondern auch zur Steuerung von anderen Gadgets des Konzerns – etwa den Fire Tablets. Für die Nutzer von entscheidender Bedeutung: Die Zeitspanne zwischen der Abgabe des Befehls und der Reaktion der Software muss so kurz wie möglich sein. Bisher allerdings werden sämtliche Sprachbefehle zunächst auf einen Cloud-Server des Konzerns geleitet und dort ausgewertet. Dies hat zur Folge, dass selbst bei einfachen Fragen und Aufträgen vergleichsweise viel Zeit vergeht, bis der Sprachassistent reagiert. Zukünftig soll sich dies durch einen radikalen Schritt ändern: Amazon will selbst einen Chip für künstliche Intelligenz entwickeln und in seinen Geräten verbauen.


Amazon hat sich Expertise aus Israel eingekauft

Einfache Fragen könnten dann lokal verarbeitet und direkt beantwortet werden. Die notwendige Expertise hat das Unternehmen bereits vor einiger Zeit eingekauft. So wurde im Jahr 2015 der Chip-Hersteller Annapurna Labs aus Israel übernommen. Inzwischen arbeiten rund 450 Mitarbeiter an der Entwicklung des Chips für künstliche Intelligenz. Neben der schnelleren Reaktion auf Nutzerbefehle könnte ein integrierter Chip bei den smarten Echo-Lautsprechern zudem noch einen weiteren Vorteil mit sich bringen: Theoretisch könnten die Geräte dann zumindest einen Teil der Fragen auch ohne Verbindung zum Internet beantworten. Wie nützlich eine Offline-Version allerdings tatsächlich wäre, bleibt abzuwarten. Die Frage nach den Wetteraussichten für die nächsten Tage kann jedenfalls so nicht beantwortet werden.

Der Sprachassistent soll sich von der Konkurrenz abheben

In der Vergangenheit haben allerdings auch Apple und Google bereits eigene KI-Chips entwickelt. Es kommt daher nicht völlig überraschend, dass sich nun auch Amazon zu diesem Schritt entschlossen hat. Hintergrund dürfte vor allem sein, dass das Unternehmen bemüht ist, sich von Konkurrenzprodukten abzuheben. Denn letztlich steht und fällt die Qualität eines Sprachassistenten mit drei wichtigen Fragen: Wie gut können die Befehle verstanden werden? Wie exakt werden sie umgesetzt? Und: Wie lange dauert es bis zu einer Reaktion? Wenn nun alle Hersteller auf den selben KI-Chip setzen, dürften die Antworten auf diese drei Fragen jeweils sehr ähnlich ausfallen. Amazon-Boss Jeff Bezos scheint sich aber sicher zu sein, innerhalb des eigenen Konzerns ein besseres Produkt entwickeln zu können.

Via: The Information


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