Feinstaub entsteht in der Industrie, im Verkehr (wir erinnern uns an die Diesel-Diskussion), bei der Verbrennung von Holz oder Kohle und in der Landwirtschaft. Die winzigen Feinstaub-Partikel können tief in die Lunge gelangen und dort im Laufe der Zeit zu schweren Gesundheitsschäden führen. Feinstaub kann etwa zu Atemwegserkrankungen, Lungenkrebs oder Asthma führen, aber auch Herzinfarkte und Schlaganfälle auslösen. Dass Menschen an den Folgen der Feinstaubbelastung sterben, steht außer Zweifel. Über die genauen Zahlen herrschte lange Unklarheit. Eine neue Erhebung bringt nun Licht ins Dunkel – und das Ergebnis ist erschreckend.


Bild: Pollution, Jan Smith, Flickr, CC BY-SA 2.0

Feinstaub: Der schleichende Killer

2015 ermittelten Forscher erstmals, wie viele Menschen weltweit der Feinstaubbelastung zum Opfer fallen. Die damalige Untersuchung ergaben damals, dass global etwa 3,15 Millionen Todesfälle auf Feinstaub zurückzuführen sind. Bereits das war damals ein erschreckendes Ergebnis.

Das Team rund um Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz hat nun erneut aktuelle Zahlen ermittelt. Für ihre Untersuchung haben die Forscher ein globales Atmosphärenchemiemodell genutzt. Die darin enthaltenen Feinstaubwerte hat das Team mit Daten über die Bevölkerungsstrukturen und über Krankheiten und Todesursachen verknüpft. Die Wissenschaftler konnten mit ihrem Modell auch erstmals ermitteln, wie viele Kinder der Verschmutzung zum Opfer fielen.


Die Forscher untersuchten die Zeit von 2000 bis 2015 und kamen zudem Schluss, dass die Konzentration von Feinstaub in der Luft im Untersuchungszeitraum immer weiter zugenommen hat. Die Belastung stieg von etwa 40 auf 44 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, was deutlich über dem von der WHO empfohlenen Maximalwert von 10 Mikrogramm liegt. Die Forscher ermittelten, dass allein 2015 etwa 4,28 Millionen Menschen an den Folgen von Feinstaub verstorben sind. Die Todesursachen waren vor allem Herzinfarkte und Schlaganfälle, aber auch Lungenkrebs und Entzündungen der Atemwege. „Die ermittelten Zahlen sind vorsichtig geschätzt, weil wir weitere Krankheiten, die ebenfalls mit der Luftverschmutzung im Zusammenhang stehen könnten, nicht berücksichtigt haben„, erklärt Lelieveld.

Hohe Kindersterblichkeit in Afrika

Asien hat mit 3,4 Millionen Todesfällen das mit Abstand größte Feinstaubproblem. Vor allem die verstärkte Nutzung von Kohle und offene Herdfeuer sind dafür verantwortlich. An zweiter Stelle folgt dann bereits Europa, und zwar deutlich vor den USA. Der europäische Kontinent hat Jahr für Jahr 372.000 Todesfälle aufgrund von Feinstaub zu beklagen. Im Schnitt ist die europäische Luft mit 25 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter belastet.

Den dritten Platz in dieser unrühmlichen Statistik belegt Afrika. Schlechte medizinische Versorgung und mangelhafte Ernährung machen viele Afrikaner anfällig für schlechte Atemluft. In den Teilen Afrikas, die südlich der Sahara liegen, sind etwa 20 Prozent der Kindersterblichkeit auf Luftverschmutzung zurückzuführen.

Um die Todesfälle von Kindern durch Luftverschmutzung zu verhindern, ist eine Dreifach-Strategie nötig. Ausreichende Ernährung, eine verbesserte medizinische Versorgung und bessere Luftqualität„, so der Atmosphärenforscher.

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1 Kommentar

  1. Christoph

    3. Juli 2018 at 09:27

    Ich glaube, dass vielen nicht einmal bewusst ist, das Jahr für Jahr Menschen durch die Feinstaubproblematik sterben.

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