Wenn Kinder unerlaubt mit dem Smartphone der Eltern spielen kann dies teuer werden. Denn schnell sind etwa bei einigen Apps Käufe getätigt, die dann nur schwer wieder rückgängig gemacht werden können. Forscher der „University of South Carolina“ und der Zhejiang-Universität aus China haben daher untersucht, inwiefern sich das Wischverhalten auf dem Touchscreen bei Kindern im Alter zwischen 3 und 11 Jahren und bei Erwachsenen unterscheidet. Sie kamen unter anderem zu folgenden Beobachtungen:


1. Kinder haben in der Regel deutlich kleinere Hände und berühren daher auch weniger Fläche mit ihren Fingern.

2. Die einzelnen Bewegungen der Kinder auf dem Bildschirm sind allerdings etwas schwerfälliger.


3. Die Kinder wechselten seltener von der Wischsteuerung auf die Tap-Eingabe.

4. Bei den Erwachsenen wurde das Gerät deutlich seltener hin und her bewegt.

Bild: Claudio Alvarado Solari

Der Algorithmus verhindert teure Anrufe und Einkäufe

Diese Beobachtungen sind zwar zunächst recht interessant, erhalten ihre konkrete Bedeutung aber erst durch den daraus entwickelten Algorithmus. Dieser soll nämlich in der Lage sein, zu erkennen, ob das Smartphone gerade von Kindern oder von Erwachsenen bedient wird. Kommt der Algorithmus zu dem Schluss, dass sich der Nachwuchs unerlaubt an dem Gerät zu schaffen macht, wird die Eingabe schlicht blockiert. Auf diese Weise sollen unerlaubte Käufe und das Anrufen von teuren Service-Nummern unterbunden werden können. Die Treffsicherheit des Algorithmus ist durchaus beeindruckend: Nach einer einzigen Wischbewegung liegt er mit seiner Analyse bereits in 84 Prozent der Fälle richtig. Die Zahl erhöht sich dann mit jeder weiteren Bewegung.

Ein Passwort kann ebenfalls vor unerlaubter Nutzung schützen

Bisher allerdings wurde die Technik noch nicht in einem Smartphone verbaut und auf den Markt gebracht. Im Laufe der Woche wollen die Forscher ihre Ergebnisse aber auf der Mobile Tech Konferenz vorstellen und dort auch mit interessierten Vertretern der Industrie sprechen. Allerdings gibt es auch heute bereits recht einfache Möglichkeiten, sein Smartphone vor unbefugter Nutzung zu schützen. Etwa durch die Implementierung eines Passworts. Spezielle Apps können zudem dafür sorgen, dass Kinder nur bestimmte und als unbedenklich eingestufte Programme nutzen können. Der neu entwickelte Algorithmus könnte auch im Rahmen solcher Anwendungen zum Einsatz kommen.

Via: Technology Review

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