Das lokale Kraftwerk im schwedischen Västerås hat eine erstaunliche Wandlung vollzogen. Vor gar nicht all zu langer Zeit wurden dort jährlich noch 650.000 Tonnen Kohle verbrannt. Für Klima und Umwelt stellt dies allerdings eine nicht unerhebliche Belastung dar. Die zuständigen Manager entschieden daher: Ab dem Jahr 2020 sollen gar keine fossilen Energieträger mehr verbrannt werden. Vom Netz gehen wird das Kraftwerk allerdings nicht. Stattdessen hat bereits die Umstellung auf einen anderen Brennstoff begonnen: Abfall.


Teilweise handelt es sich allerdings um eine besondere Form des Abfalls. Denn in der Anlage werden auch unbrauchbare Klamotten von H&M verbrannt und zur Erzeugung von Energie verwendet. Allein im letzten Jahr handelte es sich um 15 Tonnen nicht mehr nutzbarer Kleidung.

In diesem Kraftwerk wird die nicht mehr nutzbare Kleidung von H&M verbrannt. Foto: Vasteras

Noch brauchbare Kleidung wird unter keinen Umständen verbrannt

Möglich wird dies durch eine Vereinbarung mit der Stadt Eskilstuna, die ihren Abfall an das Kraftwerk liefert. Dort liegen allerdings auch die Lagerhäuser des schwedischen Modehändlers. Alle Klamotten, die dort durch die Qualitätskontrolle fallen – etwa weil sich in den Stoffen nicht erwünschte Chemikalien befinden – werden entsorgt und letztlich dann verbrannt. Dem Konzern ist es aber wichtig, eine Sache zu betonen: Es werden nur Kleidungsstücke verbrannt, die von Menschen nicht mehr getragen werden können. Eine künstliche Verknappung des Angebots – wie man dies von einigen Luxusmarken kennt – steckt also nicht hinter der etwas ungewöhnlichen Zusammenarbeit. Im letzten Jahr machte Kleidung von H&M immerhin 0,004 Prozent des verfeuerten Abfalls aus.


Schweden ist in Sachen Erneuerbare Energien in Europa führend

Die nette Geschichte von den H&M Klamotten, die für saubere Energie sorgen, verweist zudem auf einen größeren Themenkomplex. Denn Schweden ist in Europa führend, was den Ausbau der erneuerbaren Energien angeht. Ihr Anteil liegt aktuell bei 57 Prozent – wobei die Wasserkraft die wichtigste Rolle spielt. Ab dem Jahr 2040 sollen bei der Stromerzeugung zudem gar keine fossilen Brennstoffe mehr genutzt werden. Mögliche Konzepte für die Energieversorgung der Zukunft werden zudem in Hyllie, einem Stadtteil von Malmö, getestet. Dort wird unter anderem untersucht, wie Energie lokal produziert, gespeichert und über intelligente Netze verteilt werden kann.

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Zuletzt aktualisiert am 17.07.2019

Via: Bloomberg

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1 Kommentar

  1. M

    28. November 2017 at 12:11

    Von Nachhaltigkeit kann man da aber nicht sprechen. H&M zerschneiden Kleidungsstücke, die nicht verkauft wurden, anstatt diese beispielsweise an Hilfsorganisationan abzugeben. Sie zu verbrennen führt zu weiterer Umweltbelastung (fast alle Kleidungsstücke haben mindestens einen Anteil an Polyester und anderen Öl-basierten Stoffen). Die Herstellung der Kleider belastet die Umwelt, das Schneidern der Kleider belastet die Menschen in armen Ländern, die einen Hungerlohn dafür bekommen, aber selbst die die Kleidung tragen könnten, und am Ende wird das ganze dann verfeuert? Nicht unbedingt etwas, worauf man stolz sein kann…

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