Auch wenn die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump angekündigt haben, den Weltklimavertrag von Paris verlassen zu wollen, bleibt das Thema der CO2-Reduzierung weiterhin von Bedeutung. Die meisten Maßnahmen in diesem Zusammenhang zielen darauf ab, erst gar keine Emissionen entstehen zu lassen. Zu einhundert Prozent lässt sich dies aber aktuell nur schwer realisieren. Viele Projekte erreichen den Status klimaneutral beispielsweise, indem sie Ausgleichsmaßnahmen an anderer Stelle finanzieren. Das Schweizer Unternehmen Climeworks hingegen beschreitet einen anderen Weg: Es hat eine Anlage in Betrieb genommen, die das CO2 direkt aus der Luft filtert – und so dafür sorgt, dass die Emissionen nicht in die Atmosphäre gelangen können.


Das Klimagas findet zunächst in Gewächshäusern Verwendung

Auf diese Weise könnten irgendwann sogar negative Emissionen erreicht werden: Der Mensch würde also mehr CO2 aus der Luft filtern als er selbst verursacht. Bleibt aber natürlich die Frage, was anschließend mit dem CO2 geschehen soll. Hier haben sich die beteiligten Manager für den Anfang eine smarte Lösung einfallen lassen. So wird das Klimagas an Gewächshäuser verkauft und soll dort das Wachstum etwa von Tomaten und Gurken beschleunigen. Außerdem könnten auch Getränkehersteller Interesse an dem aus der Luft gefilterten CO2 haben. Langfristig ist auch geplant, das Klimagas unterirdisch zu speichern. Allerdings wird diese Technik von der Bevölkerung in der Regel mit großer Skepsis betrachtet.


Die benötigte Wärme stammt von einer Müllverbrennungsanlage

Die erste kommerzielle Anlage liegt im Schweizer Kanton Hinwil und kann pro Jahr 900 Tonnen CO2 aus der Luft filtern. Dafür wird allerdings Wärme benötigt, die in diesem Fall von einer nahe liegenden Müllverbrennungsanlage stammt. Die bisherige Filteranlage ist zudem vergleichsweise klein: Sie besteht aus vier Schiffscontainern. In einem ist die notwendige Steuerungstechnik untergebracht, während die übrigen drei mit insgesamt 18 Kohlenstoffdioxid-Kollektoren versehen sind. Langfristig hat das Unternehmen aber deutlich größere Pläne: Ab dem Jahr 2025 sollen jährlich etwa ein Prozent der weltweiten CO2-Emissionen wieder aus der Luft gefiltert werden. Dafür müssten theoretisch 250.000 Filteranlagen wie in Hinwil errichtet werden.

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1 Kommentar

  1. Hoppe

    9. Oktober 2019 at 10:40

    Durch Zufall habe ich jetzt erst von dieser CO2 Filteranlage erfahren. Das wäre doch die Lösung um das CO2 zu reduzieren. Hinzu kommt noch die Filteranlage, die angeblich in Kanada in Betrieb genommen wurde.
    Wieso wird diese Art der CO2 Reduzierung in keinster Weise erwähnt. Es wird doch nach Lösungen gesucht.
    Gibt es noch div. Haken bei dieser CO2 Filteranlage?

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