Auch in der Schweiz gilt die Solarenergie als wichtige Zukunftstechnologie. Allerdings ist es dort gar nicht so einfach, Flächen zu finden, auf denen noch größere Anlagen installiert werden können. Im Osten der Schweiz am Fuße der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg setzt man daher auf einen neuen Ansatz. Der dort ohnehin schon seit vielen Jahren vorhandene Parkplatz wurde mit einem faltbaren Solardach versehen. Für die Autofahrer bringt dies im besten Fall zwei Vorteile mit sich. Zum einen erhöht sich dadurch die Chance auf einen Schattenparkplatz massiv. Zum anderen können Elektroautos auch direkt mit dem preiswert vor Ort erzeugten Ökostrom aufgeladen werden. Bei Stürmen oder sonstigen Ereignissen, die zu einer Beschädigung der Module führen könnten, wird das Dach schlicht eingezogen und sicher in einem Depot verstaut.


Bild: SAK / Kronberg

Das Faltdach soll jährlich 350.000 Kilowattstunden Solarstrom produzieren

Zum Einsatz gebracht wird die Konstruktion durch die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK). Den Angaben des Unternehmens zufolge handelt es sich um ein weltweit einmaliges Modellprojekt. Der große Vorteil besteht darin, dass auf diese Weise bereits versiegelte Flächen vergleichsweise unkompliziert doppelt genutzt werden können. Die Anlage in Kronberg mit einer Fläche von 4.000 Quadratmetern soll ersten Prognosen zufolge immerhin 350.000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr erzeugen. Diese Menge wird zunächst vor allem den Verbrauch direkt vor Ort abdecken. Theoretisch wäre es aber denkbar, entsprechende Faltdächer über fast allen Parkplätzen in der Schweiz zu errichten. Dadurch stünde dann auf jeden Fall ausreichend Ökostrom zur Verfügung, um die Elektrifizierung des Straßenverkehrs so sauber wie möglich zu gestalten.

Die Bürger vor Ort können sich finanziell beteiligen

Interessant an dem Projekt an der Luftseilbahn ist zudem, dass sich auch die Bürger vor Ort beteiligen können. So können Einheimische die Nutzungsrechte an den Solarmodulen für 15 Jahre erwerben. Für 200 Schweizer Franken gibt es immerhin schon ein Viertel eines Solarmoduls. Im Gegenzug wird allerdings kein Geld direkt ausgezahlt. Stattdessen gibt es lokale Erlebnisgutscheine im Wert des produzierten Ökostroms. Diese Form der Schwarmfinanzierung ist ein wenig ungewöhnlich. Ein gewisses Interesse scheint aber schon zu bestehen. So wurden bereits 820 der insgesamt 1.320 zur Verfügung stehenden Beteiligungen verkauft. Wenn die Module jetzt noch so viel Strom produzieren wie von den Köpfen hinter dem Projekt prognostiziert, könnten sich die faltbaren Solardächer zu einem echten Exportschlager entwickeln. Denn auch in vielen anderen Ländern gibt es zahlreiche große und bisher unüberdachte Parkplätze.


Via: Kronberg

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