Nach einer zweijährigen Testphase war es am vergangenen Donnerstag dann endlich soweit. In der Schweiz fahren nun die ersten beiden autonomen Elektro-Busse im öffentlichen Straßenverkehr und befördern Fahrgäste. Die Fahrzeuge stammen vom Schweizer Verkehrsbetrieb PostAuto und sind auf bisher feste Linien und bestimmte Zonen limitiert. Die Ausnahmegenehmigung für den Test im öffentlichen Straßenverkehr ist zunächst bis Herbst 2017 gültig.


Autonomer Bus in der Schweiz im öffentlichen Straßenverkehr (Bild: PostAuto.ch)
Autonomer Bus in der Schweiz im öffentlichen Straßenverkehr (Bild: PostAuto.ch)

Navya bietet die Busplattform

In den nächsten eineinhalb Jahren müssen sich die selbstfahrenden Busse im schweizerischen Sitten weiterhin beweisen. Wenn wir uns die Busse einmal genauer anschauen, kommt die kompakte Form bekannt vor. Richtig auch hier steckt der französische Hersteller Navya dahinter. Im Oktober launchte das Unternehmen den elektrischen Minibus Arma, der Platz für bis zu 15 Personen beherbergt. Die in der Schweiz eingesetzten Busse sind mit 11 Sitzplätzen ausgestattet. Mit LIDAR-Sensoren vorn und hinten (jeweils drei) ausgestattet, scannen die Mini-Busse ihre Umgebung und gewähren somit ein hohes Maß an Sicherheit. Hindernisse werden erkannt und sobald es Komplikationen gibt, leiten die Busse ein Bremsmanöver ein. Bisher beträgt die Spitzengeschwindigkeit 20 km/h. Das soll sich in Zukunft jedoch noch steigern.

Autonome Busse in der Schweiz im öffentlichen Straßenverkehr (Bild: PostAuto.ch)
Autonome Busse in der Schweiz im öffentlichen Straßenverkehr (Bild: PostAuto.ch)

Hightech-Sensoren sorgen für Sicherheit

Mit Hilfe der Light Detection and Ranging Sensoren kann die Umgebung in 3D wahrgenommen werden. Es erfolgt zudem eine Kartografierung der Standorte. Auch eine genaue Positionsbestimmung auf bis zu 5 Zentimeter ist damit möglich. Zusätzlich an Bord sind auch ein GPS-Modul und eine Stereo-Vision-Kamera. Die Erfassung von Hindernissen, sowie die Analyse des Verkehrs sind damit kein Problem.


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Autonome Navya Busse mit 11 Sitzplätzen und 20 km/h Spitzengeschwindigkeit (Bild: PostAuto.ch)

Navya arbeitet eng mit dem Start-up BestMile zusammen, die schließlich auch die passende Überwachungssoftware liefern. Mittels BestMile können die Busse bei einem Notfall auch aus der Ferne gestoppt werden. Inkludiert sind ebenfalls Tools für das Flottenmanagement. So lange die Testphase noch anhält, ist zusätzlich noch ein „Sicherheitsfahrer“ mit an Bord. Dieser kann bei Gefahren eine Notbremsung einleiten oder mittels Joystick kleine Streckenkorrekturen vornehmen. Auch Griechenland und die Niederlande versuchen sich bei dem Einsatz fahrerloser Mini-Shuttle-Busse mit Elektroantrieb. Ein fahrerloser Bus aus dem Hause Navya kostet 200.000 Euro. In Deutschland und genauer gesagt im Nordseebad Dangast ist ebenfalls ein autonom fahrender Navya-Bus im Einsatz. Bisher verkehrt dieser allerdings nur auf Privatgelände.

PostAuto Shuttlebusse im Video

Quelle: PostAuto.ch

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1 Kommentar

  1. Christoph

    27. Juni 2016 at 11:34

    Cool, aber ich hoffe, dass die den bald wenigstens 30 km/h fahren lassen. Die Dinger fahren ja gruselig langsam. Aber okay, es ist ja noch die Anfangsphase und wenn jetzt ein schlimmerer Unfall passieren würde, wäre das Projekt wahrscheinlich tot.

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