Wer bisher Bitcoins kaufen wollte, musste dafür in der Regel eine der Online-Tauschbörsen nutzen. Dafür wird allerdings ein Echtgeldkonto benötigt. In der Schweiz wird es zukünftig aber auch möglich sein, Bargeld direkt in die virtuelle Währung zu tauschen. Denn die Schweizer Bundesbahn steigt in den Handel mit Bitcoins ein und bietet an ihren mehr als 1.000 Automaten eine Wechselmöglichkeit an. Ganz billig ist der Service allerdings nicht: Der Kunde zahlt eine Transaktionsgebühr von sechs Prozent. Wieviel davon die Schweizer Bahn erhält und wieviel der Finanzdienstleister SweePay ist nicht bekannt. Nach zwei Jahren soll allerdings geschaut werden, ob das Angebot in ausreichender Anzahl tatsächlich genutzt wurde.


Zugtickets können nicht mit Bitcoins gekauft werden

Die Verantwortlichen bei der Bundesbahn sind sich dabei durchaus bewusst, dass es noch keinen Massenmarkt für Bitcointransaktionen gibt. Sie sprechen daher ausdrücklich von einem Nischengeschäft. Wirklich viel Vertrauen scheinen sie in die virtuelle Währung zudem selbst nicht zu haben. Denn Zugtickets kann man auch in der Schweiz weiterhin nur mit Franken kaufen. International bieten allerdings bereits einige namhafte Firmen Bitcoins als Zahlungsmethode an – beispielsweise der Reiseanbieter Expedia und der Computerhersteller Dell. Viele Firmen sind aber noch skeptisch, weil die virtuelle Währung in der Vergangenheit starken Schwankungen unterworfen war. Die Ticketautomten der Schweizer Bahn berechnen den Tauschkurs daher jeweils in Echtzeit.


Geldwäsche ist an den Automaten nicht möglich

Kritik kam zudem immer wieder auf, weil Tauschgeschäfte mit Bitcoins zur Geldwäsche genutzt wurden. Auch an den Bahnautomaten ist daher für die Käufer keine Anonymität gewährleistet. Vielmehr müssen diese sich mit ihrer Handynummer identifizieren und bereits über ein virtuelles Bitcoin-Wallet verfügen. Die Menge an tauschbarem Bargeld ist zudem begrenzt. Pro Person können daher jährlich nur maximal 5.000 Franken eingetauscht werden. Eine besondere Lizenz musste die Bahn für den Verkauf der Bitcoins nicht beantragen. Vielmehr sind die grundsätzlichen Regelungen im Geldwäsche-Gesetz des Landes festgeschrieben. Theoretisch kann seitdem jedes Unternehmen in den Handel mit der virtuellen Währung einsteigen. Die Deutsche Bahn hat bisher keine Pläne, dem Beispiel der Schweizer Kollegen zu folgen.

Via: SBB

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