Mit autonomen Autos werden zahlreiche Hoffnungen verknüpft. So haben Studien ergeben, dass bei einer intelligent gemanagten Flotte an Roboter-Taxis, theoretisch deutlich weniger Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein müssen als heute. Oftmals wurde dies als Ende der Verkehrsstaus interpretiert. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich kommt zu dem Ergebnis, dass das Verkehrsaufkommen sogar steigen könnte. Der simple Grund: Die Forscher haben den Faktor Mensch mit einberechnet. Sie gehen davon aus, dass sich die überwiegende Zahl der Haushalte auch weiterhin ein Privatfahrzeug zulegen wird. Weil durch die Technik zudem einige negative Aspekte des Autofahrens wegfallen, könnte sich die Nutzung sogar weiter erhöhen.


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Cruise Projekt – Autonomes Fahren wird Real

150.000 Verkehrsteilnehmer wurden simuliert

Gleichzeitig könnten Roboter-Taxis so attraktiv werden, dass sie auch von Leuten genutzt werden, die sonst etwa das Fahrrad genommen hätten. Dies hätte dann zur Folge, dass sogar mehr Autos auf den Straßen unterwegs sind als heute. Dieses Ergebnis entspringt allerdings nicht einfach theoretischen Überlegungen der Forscher. Vielmehr nutzten sie das Simulationsprogramm „MATSim“, das an der ETH Zürich und der TU Berlin entwickelt wurde. Dabei werden jeweils einzelne virtuelle Verkehrsteilnehmer kreiert, die individuelle Entscheidungen treffen. Diese wiederum basieren auf den Ergebnissen einer Befragung von Menschen im Kanton Zürich über ihr zukünftiges Mobilitätsverhalten. Aus den zahlreichen Einzelentscheidungen der virtuellen Figuren lassen sich dann wiederum allgemeine Entwicklungen ableiten.

Die Forscher empfehlen ein Eingreifend der Politik

Konkret legten die 150.000 angelegten virtuellen Verkehrsteilnehmer pro Tag insgesamt zusätzliche 250.000 Kilometer in ihren privaten autonomen Autos zurück. Die Schweizer Forscher plädieren daher dafür, die Einführung der autonomen Autos „regulatorisch zu begleiten“. Im einfachsten Fall könnte dies bedeuten, den Privatbesitz von Autos schlicht zu verbieten. Denkbar wäre es aber auch, den Besitz zumindest weniger attraktiv zu machen – etwa durch eine gezielte Besteuerung oder bestimmte Fahrverbote. Die Zahl der Staus auf den Straßen könnte sich allerdings trotz der prognostizierten Zunahme an Verkehr reduzieren. Denn diese werden oftmals durch Unfälle oder Fahrfehler ausgelöst. Beides sollte deutlich seltener vorkommen, wenn die Steuerung der Autos nicht mehr in der Hand von Menschen liegt.


Via: NZZ

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