Die Deutsche Bank kommt einfach nicht aus den negativen Schlagzeilen. So wurde in der vergangenen Woche bekannt, dass das Institut im Fokus der Behörden steht, weil es Geldwäsche-Aktivitäten bei der Danske Bank nicht verhindert hat. Schon in der Vergangenheit mussten die Banker millionenschwere Strafen zahlen, weil etwa russische Kunden Geld über die Systeme der Bank gewaschen hatten. Immer stärker gerät daher die Geldwäsche-Prävention des Konzerns in den Fokus: Offenbar besteht in diesem Bereich Nachholbedarf. Statt also weiter hohe Strafzahlungen in Kauf zu nehmen, hat der Vorstand entschieden, lieber in moderne Technologien zu investieren. Das zur Bank gehörende Datenlabor in Dublin hat daher einen intelligenten Algorithmus entwickelt, der aktuell die historischen Datensätze nach Mustern und Auffälligkeiten durchforstet.


Auch Kreditkartenbetrug könnte zukünftig schneller auffliegen

Die Idee dahinter: Der künstlichen Intelligenz könnte es gelingen, bestimmte Merkmale zu identifizieren, die immer im Zusammenhang mit Geldwäsche standen. Daraus wiederum ließe sich dann ein Prognosetool entwickeln. Treten also die Merkmale zukünftig erneut auf, klingeln die Alarmglocken und die entsprechenden Transaktionen werden gestoppt und detailliert geprüft. Der Ansatz funktioniert aber nicht nur bei Geldwäsche, sondern bei allen kriminellen Handlungen im Zusammenhang mit dem Bankgeschäft – etwa auch bei Kreditkartenbetrug und manipulierten Kreditanträgen. Der Vorteil des automatisierten Systems ist es, dass Verdachtsmomente deutlich schneller erkannt werden und so eine schnelle Reaktion möglich wird. Es handelt sich allerdings nur um eine Ergänzung zu den bisher bereits genutzten Kontrollmechanismen.


Geld anlegen mithilfe künstlicher Intelligenz

Ein ähnlicher Ansatz soll auch zum Einsatz kommen, um Attacken auf die IT-Systeme der Bank zu erkennen. Bereits heute werden dafür regelmäßig enorme Mengen an Informationszeilen überprüft. Auch hier ist die Hoffnung, dass die neue Technologie den Prozess beschleunigen kann. Konkret soll sich die Zeit, bis ein Verdachtsfall überprüft wurde, von rund zwanzig Minuten auf wenige Sekunden verringern. Auch in ihrem Kerngeschäft setzt die Deutsche Bank – zumindest teilweise – bereits auf künstliche Intelligenz. So gibt es bei der Vermögensanlage ein Produkt namens Robin, das Analysen der KI mit menschlicher Expertise verbinden soll. Noch existiert das Produkt aber nicht lange genug, um beurteilen zu können, ob dadurch tatsächlich höhere Gewinne erzielt werden können.

Via: Handelsblatt

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