Das britische Unternehmen Reaction Engines will mit einem völlig neuen Ansatz die Raumfahrt revolutionieren. Der Grundgedanke ist der gleiche wie etwa auch bei Elon Musks Firma SpaceX: Je mehr Teile erneut verwendet werden können, desto günstiger wird der Flug ins All. Reaction Engines Vision ist daher eine Raumfähre, die – ähnlich wie ein Flugzeug – in einem Stück losfliegt und nach Abschluss der Mission auch wieder vollständig auf der Erde landet. Voraussetzung dafür ist allerdings eine ganz neue Form des Antriebs. Denn einfach ein Raketentriebwerk zu zünden, würde zu viel Treibstoff verbrauchen. Stattdessen soll der Sauerstoff aus der Umgebung genutzt werden. Die einströmende Luft wird dabei so stark verdichtet, dass innerhalb des Triebwerks ausreichend Druck entsteht.


Ein Kühlaggregat ermöglicht die Umsetzung in der Realität

In der Theorie lässt sich auf diese Weise die fünffache Schallgeschwindigkeit und eine Höhe von dreißig Kilometern erreichen. Doch in der Praxis gibt es ein Problem: Die Luft wird während des Verdichtungsvorgangs so heiß, dass das Triebwerk zerstört wird. Die deutsche Firma Bayern-Chemie hat dafür allerdings bereits eine Lösung entwickelt. Ein komplexes Kühlaggregat mit kaltem Helium. Damit kann die Luft innerhalb von Sekunden von 1.000 Grad Celsius auf -150 Grad Celsius abgekühlt werden. Ab einer Höhe von 30 Kilometern ist der Sauerstoffgehalt in der Umgebung allerdings so gering, dass die Technik nicht mehr funktioniert. Von dort an muss daher Sauerstoff aus einem Tank an Bord genutzt werden. Auf Basis der grundlegenden Vision und des neuen Antriebs soll eine Raumfähre namens Skylon entwickelt werden. Die Kosten für den Flug ins All könnten dadurch massiv reduziert werden. Von derzeit rund 60 Millionen Euro pro Start auf nur noch rund zehn Millionen Euro.

Namhafte Investoren stehen hinter dem Konzept

Dadurch wiederum ergäben sich ganz neue Geschäftsfelder. Firmengründer Richard Varvill etwa geht davon aus, dass sich dann auch Solarkraftwerke im Weltall rentabel betreiben ließen. Ebenso könnte der Weltraumtourismus dadurch einen Schub erhalten. Die Entwicklung des revolutionären Raumschiffs könnte nach aktuellem Stand im Jahr 2025 abgeschlossen sein. Natürlich kann die Technik aber auch bei Flugzeugen zum Einsatz kommen. Rein theoretisch würde ein Flug von London nach Sidney dann nur noch rund vier Stunden dauern. Bei den Investoren kommt die Idee der Firma jedenfalls gut an. Zuletzt investierten unter anderem der Luftfahrtkonzern Boeing und der Motorenhersteller Rolls-Royce insgesamt 37 Millionen Dollar an Wagniskapital.


Via: Wiwo

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