Auch die Anbieter von Kreuzfahrten können sich der Diskussion rund um den Klima- und Umweltschutz nicht entziehen. Die Reederei Sea Cloud Cruises scheint darauf allerdings bestens vorbereitet zu sein. Denn das Unternehmen bietet Reisen auf Segelschiffen an. Als bisher größtes Schiff wird im nächsten Jahr die „Sea Cloud Spirit“ den Betrieb aufnehmen. Insgesamt werden auf dem Segler dann 169 Passagiere Platz finden. Immerhin 25 Kabinen verfügen zudem auch über einen Balkon. Angetrieben wird das etwas ungewöhnliche Kreuzfahrtschiff von drei Masten mit insgesamt 4.100 Quadratmetern Segel. Zum Vergleich: Die „Gorch Fock“, das bekannte Segelschulschiff der Deutschen Marine, kommt nur auf rund die Hälfte dieser Fläche.


Der Bau des Schiffs dauerte mehr als zehn Jahre

Ähnlich wie bei der Renovierung der „Gorch Fock“ gab es auch beim Bau der „Sea Cloud Spirit“ Probleme mit der beauftragten Werft. Denn die Factoria de Naval Marin im spanischen Vigo erhielt schon im Jahr 2008 den Auftrag – meldete allerdings zwei Jahre später Insolvenz an. Das Problem: Bis dahin war lediglich der Rumpf des Schiffes fertiggestellt. Dieser wurde daher konserviert und konnte erst acht Jahre später an ein Hamburger Konsortium verkauft werden. Seitdem wird der Bau des Segelschiffs unter Hochdruck fortgesetzt. Den Angaben der Reederei zufolge liegen die Arbeiten aktuell sehr gut im Zeitplan. Am 29. August 2020 soll der Segler dann erstmals in See stechen und in Richtung Hamburg aufbrechen.


Die Crew übernimmt das Segel setzen

Zukünftig sind dann vor allem zwei Einsatzgebiete geplant: Im Winter sollen Passagiere in Mittelamerika und auf den Bahamas unterwegs sein, während im Sommer Touren in Nordeuropa geplant sind. Gesegelt wird dabei noch klassischer per Hand. Diese Arbeiten müssen allerdings nicht die Gäste selbst übernehmen. Stattdessen gehört dies zur Aufgabe der Crew. Außerdem wird das Schiff auch mit zwei dieselelektrischen Antrieben ausgestattet sein. Diese dürften vor allem bei Flaute und sehr starkem Seegang zum Einsatz kommen. Auf Komfort müssen die Gäste übrigens auch auf dem Segel-Kreuzer nicht verzichten. So werden die Decks erstmals durch einen Aufzug verbunden sein. Außerdem gibt es unter anderem einen großen Wellnessbereich und ein Bistro an Deck.

Via: Welt

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1 Kommentar

  1. K.P. Neumann

    16. August 2019 at 12:33

    Ich habe bei mehreren Reisen mit der Sea Cloud die Erfahrung gemacht, dass das Segeln keineswegs
    als bevorzugte Antriebsart benutzt wird. Um die geplanten Reiseziele pünktlich zu erreichen, wird bei Tag
    und Nacht der Dieselmotor eingesetzt. Bei einer „Segelreise“ von Civitavecchia nach Malta wurde ganze
    vier Stunden gesegelt während der gesamten Reisedauer von sieben Tagen.
    Auch das neue Schiff wird nicht anders bewegt, aber das Segeln als alternative Antriebsart macht sich aus
    Reklametechnischen Gründen zur Zeit hervorragend.

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