Forscher des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik haben auf der Hannover Messe einen neuartigen 3D-Drucker präsentiert. Dieser setzt auf ein neues Druckverfahren namens „Screw Extrusion Additiv Manufacturing“ und soll dadurch schneller und genauer arbeiten als die bisher auf dem Markt erhältlichen Produkte. Außerdem wird kein Kunstoff-Filament verarbeitet, sondern Granulat, wodurch die Produktion preiswerter wird. Allerdings ist der neue 3D-Drucker aus zwei Gründen noch nicht wirklich für den Einsatz bei Privatleuten geeignet. Zum einen ist er extrem groß und zum anderen vibriert der Boden während des Druckvorgangs sehr stark. Auf der Hannover Messe konnte die Neuentwicklung daher noch nicht ihr vollständiges Potential unter Beweis stellen.


Bild: Fraunhofer IWU

Die bewegliche Plattform hat zwei große Vorteile

Zunächst scheint der ESAM-Drucker auch nicht anders zu arbeiten als die bekannten Modelle. So wird das Granulat in einem Extruder geschmolzen und über einen Druckkopf auf die gewünschte Fläche aufgetragen. Allerdings ist der Druckkopf in diesem Fall nicht flexibel. Er kann also nur hoch- und runterfahren, nicht aber seine Position verändern. Stattdessen ist die Plattform, auf der das Objekt gedruckt wird beweglich. Diese steht auf sechs Beinen und kann über verschiedene Achsen jeweils in die gewünschte Position gebracht werden. Dies hat den großen Vorteil, dass schräge Flächen ohne Übergang gedruckt werden können. Die bisher oftmals zu sehenden kleinen Abstufungen gehören damit der Vergangenheit an.

Der Drucker wurde für die Industrie entwickelt

Außerdem ist der gesamte Druckvorgang deutlich schneller abgeschlossen. So kann der ESAM-3D-Drucker bis zu sieben Kilogramm Granulat in einer Stunde auftragen. Zum Vergleich: Herkömmliche 3D-Drucker benötigen für ein Kilogramm Kunststoff teilweise rund zwanzig Stunden. Diese lange Verarbeitungsdauer ist bisher auch dafür verantwortlich, dass 3D-Drucker in vielen Fällen noch nicht kommerziell eingesetzt werden können. Dies könnte sich durch die Neuentwicklung des Fraunhofer-Instituts nun aber ändern. Die beteiligten Wissenschaftler setzen vor allem auf die Nutzung in der Industrie. So könnten etwa selten benötigte Werkzeuge im Bedarfsfall schnell gedruckt werden. Ebenso ist der Einsatz bei der Fertigung von Kleinserien im Luxusbereich denkbar.


Via: Fraunhofer

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