Das menschliche Auge gehört zu den komplexesten Systemen innerhalb unseres Körpers. Eine entscheidende Rolle spielt der Sehnerv, der das Auge mit dem Gehirn verbindet. Bisher gab es dabei eine Gewissheit: Wurde dieser Nerv beschädigt, ließ er sich auch nicht wieder regenerieren. Bisherige Versuche eine dadurch entstandene Erblindung zu überwinden, konzentrierten sich daher darauf den Sehnerv zu umgehen. Nun könnte Forschern der Stanford University aber ein Durchbruch gelungen sein: Bei einer Maus schafften sie es, nicht nur den Sehnerv zu heilen, sondern diesen auch wieder korrekt mit Auge und Gehirn zu verbinden. Die zuvor blinde Maus konnte anschließend wieder sehen.


Free Stock - Wissenschaftlern ist es gelungen das Leben einer Maus zu verlängern

Eine Kombination aus visueller Stimulation und Chemikalien brachte den Erfolg

Um dieses Ziel zu erreichen, schauten sie sich dabei zuerst an, wie die Schädigung des Sehnervs genau abläuft. Dabei beobachteten sie, dass der Nerv sich zusammenzieht und so die Verbindung zwischen Auge und Gehirn kappt – die Maus war damit erblindet. Anschließend gelang es den Wissenschaftlern allerdings erstmals, den Nerv teilweise wieder zu regenerieren. Möglich wurde dies durch eine Kombination von visueller Stimulation des Nervs und dem Einsatz von wachstumsfördernden Chemikalien. Durch diese Behandlung verlängerte sich der Sehnerv wieder und konnte anschließend auch wieder am Auge und am Gehirn anwachsen: Ein Teil der Sehkraft der Maus kehrte zurück.


Die Maus konnte noch nicht alle Sehtests bestehen

So simulierten die Forscher beispielsweise den Schatten eines sich nähernden Greifvogels – was die Maus dazu veranlasste in Deckung zu gehen. Offensichtlich war sie also nicht mehr vollständig blind. Andere Sehtests – die genauere Unterscheidungen erforderten – bestand die behandelte Maus allerdings nicht. Die Forscher wollen nun daran arbeiten, die Verknüpfung des regenerierten Nervs mit Auge und Gehirn weiter zu verbessern und so immer größere Teile der Sehkraft zurückzuholen. Langfristig könnte von dieser Forschungsarbeit dann natürlich auch der Mensch profitieren. Bis eine solche Behandlungsmethode allerdings tatsächlich bei menschlichen Sehnerven zum Einsatz kommen könnte, dürfte noch einiges an Zeit vergehen.

Via: Stanford School of Medicine

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1 Kommentar

  1. Christoph

    15. Juli 2016 at 11:44

    Geil, auf die Technik warte ich schon 4 Jahre. Ist halt die Frage, ob das bei allen Schäden funktioniert und niemand kann sagen wieviel die Maus nun konkret sieht. Die Wissenschaftler, die das hinbekommen werden weltberühmt. Nun könnte man ja dann auch die Frage stellen, ob das auch mit anderen Nerven funktioniert.

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