Lange Zeit gehörte China zu den Ländern, die ein internationales Klimaabkommen verhindert haben. Stattdessen stellte das Reich der Mitte die eigene wirtschaftliche Entwicklung in den Vordergrund. Nicht zuletzt der immer wieder auftretende Smog in den Großstädten des Landes sorgte dann aber für ein Umdenken. Gemeinsam mit US-Präsident Barack Obama gehörte Chinas Präsident Xi Jinping zu den treibenden Kräften hinter dem Weltklimavertrag von Paris. Das bedeutet aber nicht, dass die chinesische Führung nicht auch hart verhandelt hätte. So wurde dem Land zugestanden, dass die Klimaemissionen erst kurz vor dem Jahr 2030 ihren Höhepunkt erreicht haben müssen. Doch die Entwicklung zeigt: China wird diesen Zeitraum wohl gar nicht benötigen. Denn zum vierten Mal in Folge blieben die Emissionen des Landes nun konstant oder sanken sogar leicht.


Kraftwerk in China
Kraftwerk in China / Foto: Chongkian CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

China verursacht mehr Emissionen als die USA und die EU zusammen

Wie aus Daten der Umweltschutzorganisation Greenpeace hervorgeht, sind die chinesischen CO2-Emissionen im vergangenen Jahr um rund ein Prozent gesunken. Dies ist ein durchaus signifikantes Ereignis. Denn China ist für 27 Prozent der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich. Zum Vergleich: Die Vereinigten Staaten kommen auf einen Wert von 14 Prozent, alle Länder der Europäischen Union zusammen sogar nur auf zehn Prozent. Für den Klimaschutz ist es daher von entscheidender Bedeutung, dass die chinesische Regierung den Kampf gegen den Klimawandel vorantreibt. Der Rückgang der CO2-Emissionen im vergangenen Jahr lässt sich Experten zufolge auf drei Ursachen zurückführen.

Donald Trump bringt die Klimaallianz in Gefahr

Zum einen setzt das Land inzwischen deutlich weniger stark auf Kohlekraftwerke. Stattdessen wurden die Erneuerbaren Energien mit Milliardensummen gefördert. Außerdem wächst die chinesische Wirtschaft nicht mehr so stark wie früher, wodurch der Anstieg der CO2-Emissionen zumindest gebremst wird. Klimaschützer sehen allerdings eine Gefahr am Himmel heraufziehen. Denn die Klimaallianz zwischen den USA und China – beide Staaten ratifizierten den Pariser Vertrag am selben Tag – könnte durch den neuen US-Präsidenten Donald Trump beschädigt werden. Dieser gilt als Skeptiker des Klimawandels, hält Erneuerbare Energien für zu teuer und setzt stattdessen auf den Ausbau von Kohle- und Gaskraftwerken. Eine enge Zusammenarbeit zwischen China und den USA ist aber eine Voraussetzung für einen koordinierten Kampf der Weltgemeinschaft gegen den Klimawandel.


Via: Greenpeace

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