Was die Fitness betrifft, war der menschliche Körper für die meisten Hobby-Sportler bislang eine Black Box, die man mit gezielter Bewegung füttert. Elektronische Geräte sollen nun Daten über den Köper sammeln, die Muskeln elektronisch stimulieren und so bei der Selbstoptimierung helfen.


Smartphone unter der Matratze, Fitnesstracker am Arm

Bis vor wenigen Jahren beschäftigten sich hauptsächlich echte Freaks mit der Selbstoptimierung durch technische Gadgets. Fitnesstracker, Aufzeichnungsgeräte für Schlafdaten und elektronische Anzüge zur Muskelstimulation waren kein Thema für die breite Masse, doch das scheint sich allmählich zu ändern. »Quantified Self«-Gruppen, deren Mitglieder mit technischen Mitteln ihre eigenen Körperfunktionen analysieren und vermessen, erhalten aktuell regen Zulauf. Doch man muss nicht einmal zu einem solchen Verein gehören, um von der Welle erfasst zu werden: Das Smartphone unter der Matratze, das mittels einer passenden App jede Schlafbewegung genau aufzeichnet und in anschaulichen Grafiken präsentiert, ist keine so große Seltenheit mehr. Der Fitnesstracker am Arm gewinnt nicht nur bei passionierten Sportlern an Zuspruch.


Doch Daten müssen immer im größeren Zusammenhang gesehen werden, sonst besteht die Gefahr, sie falsch zu interpretieren. Technikfans ohne tieferes medizinisches Wissen, die sich eine Datensammlung zum eigenen Körper anlegen, um auf dieser Basis ihr Leben zu optimieren, sollten besser den zusätzlichen Rat eines Arztes einholen, denn sonst wird aus der Selbstoptimierung schnell eine wilde Irrfahrt, die im besten Fall rein gar nichts bewirkt.

Trainingseffekte verstärken durch elektrische Muskelstimulation

Auch die EMS, die elektrische Muskelstimulation, ist ein neuer Stern am Fitnesshimmel, der nach Wunsch des Herstellers des neuen Antelope Ganzkörperanzugs nicht nur Leistungssportlern zur Verfügung stehen soll. Sie richtet sich darauf aus, den eigentlichen Trainingseffekt um ein Mehrfaches verstärken. Stimulations-Kleidungsstücke, die nur bestimmte Muskelgruppen ansprechen, spezielle Sportkurse für EMS-Anzugsträger und Sportkleidung, die Fitness- und Bewegungsdaten erfassen, sind ebenfalls längst keine Zukunftsmusik her. Fragt sich nur, wie weit wir die Optimierung von Fitness und Gesundheit wirklich treiben wollen, denn ein gesundes Empfinden für die eigenen körperlichen Bedürfnisse könnte dabei vielleicht verlorengehen.

 

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