Forscher an der Universität von Illinois und der chinesischen Nanjing Universität haben das Erdinnere anhand durch Erdbeben verursachte seismische Wellen näher untersucht und dabei bahnbrechendes festgestellt. Entgegen der bisher gelehrten Meinung, verfügt unsere Erde nicht nur über einen Kern. Im Inneren des Kerns, der von einem Mantel aus flüssigem Metall umgeben ist, befindet sich schließlich noch ein weiterer Kern, der etwas kleiner ist als der Mond. Der neu entdeckte Kern verfügt den Wissenschaftlern zufolge über höchst interessante Eigenschaften.


Erdkern
Forscher entdecken neuen Kern im Erdkern © Kelvinsong/ CC-by-sa 3.0

Weiterer Kern im Erdinneren entdeckt

Im Fachmagazin „Nature Geoscience“ berichtete der Co Autor der aktuellen Studie, Professor Xiaodong Song vom Lehrstuhl für Geologie an der Universität von Illinois, im Februar bereits von dem Fund, der zuletzt auch die Fachwelt auf den Kopf stellt. Bisher gingen Forscher davon aus, dass der Erdkern, samt Metall-Hülle, aus festem Eisenkristall besteht und nach Nord-Süd ausgerichtet ist. Die aktuellen Ergebnisse aus Illinois und Nanjing widerlegen die Annahmen jedoch. Inmitten des bisher bekannten Erdkerns befindet sich noch ein weiterer Erdkern, der eine nach Ost-West ausgerichtete, kristalline Form inne hat. Der neue Erdkern im Erdkern weist allerdings noch weitere Besonderheiten auf. „Mit der Hilfe des innersten neu entdeckten Kerns lassen sich Informationen einholen, die uns mehr darüber verraten, wie unser Planet tatsächlich entstanden ist und welche dynamischen Prozesse daran beteiligt waren. So lässt sich unser Verständnis im Hinblick auf das, was im tiefsten Innern der Erde vor sich geht komplett neu ordnen.“, so Professor Xiaodong Song.

Kleinerer Kern könnte Schlüssel zur Erdentstehung sein

Der Erdkern im Erdkern ist den Experten zufolge überraschend komplex strukturiert und keinesfalls nur eine homogener Ball aus einer festen Eisen-Nickel-Legierung, wie Scinexx schreibt. Mit diesem Fund könnte nun endlich die Entwicklung der Erde vollkommen entschlüsselt werden. Professor Song betonte dabei im Rahmen einer gesonderten Presseerklärung, dass der innerste Erdkern maßgeblich auch an der Formung und späteren Deformierung der Erde beteiligt gewesen sei. Es wird vermutetet, dass in der Geschichte der Erdentstehung ein signifikantes Ereignis stattgefunden haben muss, welches zuletzt auch eine abweichende Ausrichtung des Erdkerns herbeiführte. Zuletzt führte das auch zu einer Wandlung des erdeigenen Magnetfelds. Als Auswirkung wird die abweichende Ausrichtung der Pole zwischen dem zwischen dem Äquator und der heutigen Positionierung der existierende Pole angeführt.


Die Achse der nach Osten und Westen ausgerichteten Innenkugel: „bildet eine Linie etwa durch Mittelamerika und Südostasien“, schreiben Song und Kollegen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit besteht der innere Kern des Erdkerns auch aus einer anderen Kristallform.

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