Ohne eine Operation am offenen Herzen und somit auch ohne Unterbrechung des Herzkreislaufs ist es Hamburger Ärzten des Albertinen-Krankenhaus gelungen, die Herzklappe einer 89 Jährigen Rentnerin zu reparieren. Hierbei handelt es sich um eine Weltpremiere, wie die Vertreter des Albertinen-Krankenhaus mitteilen. Zum Einsatz kam eine spezielle Katheter-Technik, die künftig Hunderttausenden Herzpatienten helfen könnte.


Repariert wurde eine der vier vorhandenen Trikuspidalklappe, die undicht war. Die neuartige Kathetertechnik ermöglichte die Reparatur ohne Unterbrechung des Kreislaufes und am schlagenden Herzen der Patientin. Professor Hermann, der Organsachverständige in der Deutschen Herzstiftung, teilte der Deutschen Presseagentur mit, dass das neue Verfahren auch in Zukunft zum Einsatz kommen soll, sofern es sich weiterhin bewährt. Bei anderen Herzklappen wird auf das Katheter-Verfahren bereits zurück gegriffen, was dem Fachmann zufolge  den in den Medien betitelten „Durchbruch“ relativiert.

Herzkatheter
Foto: Chikumaya, Drawn with Inkscape 0.43 CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Neue Hoffnung für Risikopatienten

Dennoch setzen die Hamburger Ärzte mit der erfolgreich verlaufenden Behandlung neue Zeichen. Eine Operation am offenen Herzen mit einer Unterbrechung des Kreislaufs wäre in Anbetracht des recht hohen Alters der Patienten zu riskant gewesen. Die Behandlung wurde per Video festgehalten, dass hier eingesehen werden kann. Der Katheter wurde über eine Halsvene eingeführt um eine Naht in den erweiterten Klappenring zu setzen. Durch diesen Prozess konnte eine Verkleinerung des Rings realisiert werden, was sich wiederum positiv auf die Schlussfähigkeit der Herzklappe auswirkte. Die Herzschwäche der Patientin konnte durch die Reparatur der Trikuspidalklappe somit beseitigt werden. Der Eingriff verlief komplikationslos, zudem habe sich die 89 Jährige Rentnerin von diesem bereits schnell erholt.


Laut der Hamburger Klinik leiden allein in Deutschland und in den USA knapp vier Millionen Menschen an einer relevanten Trikuspidalinsuffizienz. Ein Großteil der erkrankten Patienten habe bereits eine Operation an der Herzklappe hinter sich. Aufgrund dieser Vorbelastung und des fortschreitenden Alters, erhöht sich das Risiko bei einem erneuten operativen Eingriff. Die Behandlung mit dem über die Halsvene eingeführten Katheter ist dabei mit deutlich weniger Risiken verbunden. Patienten, die zuvor als „nicht behandelbar“ galten, kann nun wieder geholfen werden.

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