Sieben Planeten umkreisen den Stern TRAPPIST-1, der etwa 40 Lichtjahre von der Sonne entfernt ist. Nun fanden Wissenschaftler anhand neuer Daten heraus, dass mindestens einige dieser sieben Planeten bis zu fünf Prozent flüchtige Stoffe enthalten, und zwar wahrscheinlich in Form von Wasserdampf, Ozeanen oder Eisschichten. Diese Planeten beherbergen also möglicherweise bis zu 250 Mal mehr Wasser als die Erde in ihren Ozeanen.


Entdeckung vor einem Jahr

Seit der Entdeckung der sieben erdähnlichen Planeten vor etwa einem Jahr versuchen Wissenschaftler mehr über das TRAPPIST-1-System rauszufinden. Der rote Zwerg, um den die Planeten kreisen, ist fast doppelt so alt wie unsere Sonne. Und zumindest einige der sieben TRAPPIST-1-Planeten kreisen in der habitablen Zone um den Stern – also der Zone, in der theoretisch leben möglich wäre.


Über die Zusammensetzung der sieben Exoplaneten war bisher nicht viel bekannt. Auch nicht, ob es auf ihnen Wasser und somit die Voraussetzung für Leben gibt. Aber bereits letztes Jahr lieferten Daten des Weltraumteleskops Hubble erste Hinweise auf die Existenz von Wasser in dem System.

Mehr Daten über TRAPPIST-1

Nun gelang es zwei Astronomenteams, weitere Details über die Atmosphären und die Dichte der Planeten in Erfahrung zu bringen. Ein Team um Julien der Wit vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) analysierte das Spektrum des Lichts, das durch die Gashüllen der Planeten fällt, wenn sie von der Erde aus gesehen vor ihrem Stern sind. Die Daten brachten erste Erkenntnisse über die chemische Zusammensetzung der Atmosphären.

Ein weiteres Team um Simon Grimm von der Universität Bern nutzte kleine zeitliche Verschiebungen in den Transits der sieben Planeten, um Rückschlüsse auf ihre gegenseitige Schwerkraftwirkung und damit auch auf ihre Masse und Dichte zu ziehen. Wir wissen nun über kein anderes Planetensystem so viel wie über TRAPPIST-1 – außer natürlich über unser eigenes.

Wasser auf allen sieben Planeten

Die wichtigste Erkenntnis über das TRAPPIST-1-System ist, dass alle sieben Planeten wasserreich sein könnten. Mindestens fünf von ihnen könnten bis zu fünf Prozent flüchtige Stoffe wie Wasser besitzen. Auf der Erde machen alle Ozeane nur 0,02 Prozent der Erdmasse aus.

Das bedeutet aber nicht, dass die Planeten alle erdähnlich sind. TRAPPIST-1b hat wahrscheinlich einen Gesteinskern und wie die Venus eine heiße Atmosphäre mit sehr starkem Treibhauseffekt. TRAPPIST-1c hat wohl einen größeren Gesteinskern und eine weniger ausgedehnte Gashülle. Die Paneten TRAPPIST-1f, g und h sind so weit von dem Stern entfernt, dass auf ihnen das Wasser wohl gefroren ist.

Der Planet Trappist-1e ist wahrscheinlich der Erde am ähnlichsten. Er hat etwa die gleiche Größe, Dichte und Strahlendurchlässigkeit der Atmosphäre. Seine Dichte ist ein wenig größer als die der Erde, was für viel Gestein und vielleicht einen schweren Eisenkern spricht. Seine Entfernung von dem Stern spricht dafür, dass auch die Temperatur seiner Atmosphäre der der Erde gleicht. Das Wasser auf Trappist-1e könnte in flüssiger Form vorliegen. Einen eindeutigen Beweis davor gibt es allerdings noch nicht. Die Astronomen hoffen, dass der Start des James Webb-Weltraumteleskops im Jahr 2019 ihnen weitere Daten über das TRAPPIST-1-System liefern wird.

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