Wenn es um Elektrofahrzeuge oder autonome Autos geht, denken viele in erster Linie an Unternehmen aus den Vereinigten Staaten. Tatsächlich spielt sich dort ein nicht unwichtiger Teil des Entwicklungsprozesses ab. Aber bisher sind die deutschen Autohersteller und ihre Zulieferer weltweit führend – und sie scheinen nicht bereit, diese Stellung einfach kampflos abzugeben. So will Daimler im sächsischen Kamenz eine riesige Batteriefabrik bauen, während eine Kooperation aus Industrie und Forschung sich das Ziel gesetzt hat, in Deutschland auch wieder Batteriezellen zu produzieren. Der Zulieferer Bosch wiederum plant nun, in ein neues Werk in Dresden eine Milliarde Dollar zu investieren. Dies berichtet die Sächsische Zeitung. Dort sollen zukünftig Sensoren für selbstfahrende Autos produziert werden.


Bis 2040 machen selbstfahrende Autos 75 Prozent des Verkehrs aus
Eine Studie kam zu dem Ergebnis: Bis 2040 machen selbstfahrende Autos 75 Prozent des Verkehrs aus.

Die Sensoren sind eine Schlüsseltechnologie für autonome Fahrzeuge

Es handelt sich um die größte Einzelinvestition in der langjährigen Geschichte des Unternehmens. Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass ein Teil davon durch Fördergelder der Bundesregierung abgedeckt werden kann. Details dazu sollen in der nächsten Woche bekannt gegeben werden. Nach jetzigem Planungstand wird die Produktion mit rund 700 Mitarbeitern im Jahr 2021 beginnen. Sensoren spielen bei autonomen Fahrzeugen eine entscheidende Rolle, weil mit ihrer Hilfe die Daten gesammelt werden, die benötigt werden, um etwa Hindernissen auszuweichen oder die aktuellen Streckenbedingungen zu erfassen. Es handelt sich also um eine Kerntechnologie. Bosch will in Dresden aber noch einen Schritt weiter gehen.

Dresden konnte sich gegen New York und Singapur durchsetzen

Denn bereits seit einiger Zeit entwickelt Bosch in der sächsischen Hauptstadt auch integrierte Schaltkreise, mit denen die Signale der Sensoren ausgewertet werden. Dabei handelt es sich noch um einen vergleichsweise neuen Ansatz, der nun aber weit genug erforscht zu sein scheint, um mit der standardisierten Produktion in großen Stückzahlen zu beginnen. Die vor Ort bereits vorhandene Kompetenz in diesem Bereich könnte auch den Ausschlag für den Standort Dresden gegeben haben. Intern gab es bei Bosch nämlich auch Überlegungen, das neue Werk in New York oder Singapur zu errichten. Offensichtlich ist Deutschland aber doch noch in der Lage, Hightechindustrie im eigenen Land zu halten.


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